Bombenanschlag

Kampf der Unterwelt

Flammen und schwarzer Rauch: unmittelbar nach dem Bombenanschlag in Tel Avivs Innenstadt am Donnerstagmittag Foto: channel 2

Der Bombenanschlag, der sich am Donnerstagmittag in der Tel Aviver Innenstadt ereignete, hat Medienberichten zufolge einen kriminellen Hintergrund. Nach Polizeiangaben wurde ein Auto in die Luft gesprengt, das neben einem Bus gehalten hatte, dabei wurden mindestens sieben Menschen leicht verletzt. Zunächst hatten die Sicherheitskräfte einen Terroranschlag vermutet, da sich die Explosion in der Nähe des Verteidigungsministeriums ereignete. Nach einer ersten Untersuchung jedoch hieß es, dass der Anschlag mit dem Krieg der hiesigen Mafia zu tun habe.

Schock Der schwarze Rauch war schon von Weitem zu sehen. Dicke Schwaden zogen über die Jabotinsky- und Arlosoroffstraße mitten im Herzen von Tel Aviv. Diese Gegend ist um die Mittagszeit stets besonders belebt. Nach dem lauten Knall liefen viele Menschen aufgeregt durcheinander, andere blieben stehen und starrten geschockt in die Flammen. Die Angst vor Terroranschlägen ist ständiger Begleiter der Israelis.

Doch nach weniger als einer Stunde gab die Polizei Entwarnung. Mehrere Augenzeugen hatten angegeben, dass ein Motorradfahrer ein Objekt in den parkenden Personenwagen geworfen habe. Und in diesem Auto saß niemand anderes als Nissim Halperon, berüchtigter Chef des kriminellen Halperon-Clans. Offenbar habe es sich bei der Attacke um den Versuch einer rivalisierenden Bande gehandelt, den Mafiaboss aus dem Weg zu räumen. Halperon jedoch habe lediglich Kratzer abbekommen, hieß es im Armeeradio. Wieder einmal. Denn dieser Anschlag ist bereits der neunte innerhalb von zehn Jahren auf Halperon.

Mehr dazu in der kommenden Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Nahost

Sexuelles Fehlverhalten

Strafgerichts-Chefankläger Karim Khan wurde suspendiert

von Sabine Brandes  10.06.2026

Iran

Angeblicher Israel-Spion: Mullahs beschlagnahmen Vermögen von Fußballheld Karimi

Der frühere Kapitän der Nationalmannschaft lebt im Exil in den USA und gehört zu den bekanntesten Kritikern des Regimes

von Sabine Brandes  10.06.2026

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Umfrage

Vertrauen in Trumps Unterstützung für Israels Sicherheit nimmt deutlich ab

Der Grund für den Vertrauensverlust könnte in den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Teheran liegen, von denen sich Israelis nicht viel erhoffen

 10.06.2026

Nahost

Nach Abschuss eines US-Hubschraubers: Washington greift Iran an

Die Hintergründe

 10.06.2026

Diplomatie

Frankreich verbietet Bezalel Smotrich die Einreise

Wegen der Siedlungspolitik im Westjordanland verhängt Frankreich Sanktionen gegen extremistische Siedler – und untersagt Israels Finanzminister Smotrich die Einreise

 09.06.2026

Krieg

Hisbollah-Terrorist dringt nach Israel ein

Ein bewaffneter Hisbollah-Kämpfer dringt nach Israel ein und eröffnet das Feuer. Die Armee reagiert sofort – das Gebiet bleibt weiter unter Beobachtung

 09.06.2026

USAID

US-Behörde erhebt Terrorvorwürfe gegen UNRWA-Mitarbeiter

Erneut werden Vorwürfe gegen 101 weitere Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für die Palästinenser in Gaza erhoben. Sie sollen militante Hamas-Mitglieder sein, sagt USAID. UNRWA hatte entsprechende Vorwürfe in der Vergangenheit dementiert

von Andrea Krogmann  09.06.2026

Interview

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

Der Kabarettist Dieter Nuhr über den Erhalt des Leo-Baeck-Preises, Solidarität mit Israel und Kritik an seiner Person

von Detlef David Kauschke  09.06.2026