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Kamele, Festnahmen, Rabbiner

Das erste legale Kamelrennen in Israel Foto: Flash 90

Kamele
Im Süden Israels hat am vergangenen Wochenende das erste legale Kamelrennen stattgefunden. Tausende Zuschauer aus dem ganzen Land strömten in die Negev-Wüste, um die Teilnehmer anzufeuern. Bei der Veranstaltung stand Koexistenz im Vordergrund. »Dieses Rennen war für die Beduinen und die jüdische Gesellschaft sehr wichtig«, so der beduinische Scheich Mohammed Abudel Al-Walidi. »Alle Länder um uns herum sollen sehen, was wir erreichen können.« Seit einigen Jahren werden in der Wüste immer wieder illegale Kamelrennen abgehalten, die von Tierschützern stark kritisiert werden. Das aktuelle Rennen wurde über zwei Distanzen ausgetragen – zwölf Kilometer für erwachsene Kamele und sechs Kilometer für jüngere Tiere. Eran Doron, Vorsitzender des Regionalrats von Ramat Negev, erklärte, dass die Veranstaltung eine positive Entwicklung für den Süden sei: »Das Rennen ist gut für unsere Region, die eine vielfältige Bevölkerung aus dem gesamten israelischen Spektrum umfasst.«

Festnahmen
Die israelische Polizei hat am Wochen­ende mehrere hochrangige Mitarbeiter aus dem Büro des Premierministers Benjamin Netanjahu verhaftet – darunter Eli Feldstein, der angeblich geheime Informationen an ausländische Medien weitergegeben haben soll, unter anderem auch an die deutsche »Bild«-Zeitung. Oppositionsführer behaupten, die betreffenden Infos seien gefälscht und Teil einer Kampagne des Premiers gewesen, um einen Waffenstillstand in Gaza und einen Geisel-Deal zu torpedieren. In einem am Sonntag veröffentlichten Gerichtsbeschluss heißt es, dass »Informationen der IDF, die illegal herausgegeben wurden, Israels Fähigkeit zur Freilassung von Geiseln beeinträchtigt haben« könnten. Netanjahus Büro bestreitet, dass es Leaks gegeben habe, und erklärte, Feldstein habe nie an sicherheitsrelevanten Diskussionen teilgenommen. Doch es gibt Fotos, die belegen, dass er beispielsweise im Armeehauptquartier war. Die Festnahmen sind das Ergebnis einer gemeinsamen Ermittlung von Schin Bet, Polizei und IDF. Die wochenlange Untersuchung sei »wegen des Verdachts der Gefährdung der nationalen Sicherheit durch die illegale Bereitstellung von Verschlusssachen und der Beeinträchtigung der Erreichung der Kriegsziele in Gaza eingeleitet worden«, so Richter Menachem Mizrahi.

Rabbiner
Der Großrabbiner der Küstenstadt Netanya, Kalman Ber, ist zum nächsten aschkenasischen Oberrabbiner Israels gewählt worden. Ber setzte sich in einer nichtöffentlichen Abstimmung mit 77 zu 58 Stimmen gegen den Oberrabbiner von Petach Tikwa, Micha Halevi, durch. Ber ist im religiös-zionistischen Lager verwurzelt. Er wird neben Rabbi David Yosef dienen, der vergangenen Monat gewählt wurde und das Amt des sefardischen Oberrabbiners von seinem Bruder Yitzhak Yosef übernimmt. Yosef und der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner David Lau waren im Juli von ihren Posten zurückgetreten, nachdem die Regierung versäumt hatte, einen Termin zu setzen. Damit waren die Positionen zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert unbesetzt.

Vorschlag
Die ILGA World, ein weltweiter Dachverband von Organisationen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen, hat die Mitgliedschaft des israelischen Mitglieds Aguda suspendiert. Zuvor hatte Aguda beim Dachverband angeregt, eine Konferenz in Tel Aviv zu veranstalten. Für die ILGA war offenbar schon der bloße Vorschlag ein Affront. Kurz vor Beginn einer Verbandskonferenz im südafrikanischen Kapstadt teilte der ILGA-Vorstand mit, er habe beschlossen, den Vorschlag nicht in Betracht zu ziehen. Vielmehr wolle man nun sogar prüfen, ob die Mitgliedschaft von Aguda mit den ILGA-Statuten vereinbar sei. Außerdem hatte sich ILGA bei ihren Mitgliedern dafür entschuldigt, eine Konferenz in der israelischen Metropole überhaupt in Betracht gezogen zu haben.

Fans
Fans von Tottenham Hotspur hielten am Sonntag beim Heimspiel gegen Aston Villa eine ergreifende Demonstration ihrer Solidarität mit Emily Damari ab, eine Geisel mit britischer und israelischer Staatsbürgerschaft und bekannte Anhängerin des Fußballklubs. Damari wurde am 7. Oktober 2023 angeschossen und von Terroristen gewaltsam aus ihrem Haus in Kfar Aza in den Gazastreifen verschleppt. Für ihre Mutter, Mandy Damari, ist jeder Augenblick eine unerträgliche Qual: »Jeder Tag ist die Hölle. Von den zurückgekehrten Geiseln weiß ich, dass sie ausgehungert, sexuell missbraucht und gefoltert wurden. Jede weitere Minute ist ein weiterer Moment unvorstellbaren Leidens oder sogar des Todes.«

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