Spionage

Journalisten von Al Jazeera mit israelischer Software ausgespäht?

Die israelische Firma NSO Group soll Regierungen Schadsoftware zum Auspionieren von Reportern verkauft haben. Foto: imago images/peshkov

Dutzende Journalisten und weitere Mitarbeiter des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera mit Sitz in Katar sollen mit Hilfe israelischer Spionagesoftware ausgespäht worden sein. Hinter der Attacke vermuten Cybersecurity-Experten der Organisation Citizen Lab Verbindungen zu den Regierungen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate, wie Citizen Lab am Sonntag mitteilte.

IPHONES Man habe die Malware-Infektionen der Telefone von 36 Angehörigen des Unternehmens bis zur israelischen NSO Group zurückverfolgt. Dem privaten Unternehmen wurde in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, Spionagesoftware an Regierungen zu verkaufen. Die Infektion habe sich von selbst mit Hilfe der Nachrichtenfunktion verbreitet, hieß es.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Nach Angaben von Citizen Lab brachte die Schadsoftware die Telefone dazu, die gespeicherten Inhalte auf Server hochzuladen, die mit der NSO Group in Verbindung stehen. Die iPhones der Journalisten seien dadurch zu wirkungsvollen Überwachungswerkzeugen geworden.

Das US-Unternehmen Apple teilte mit, der Bericht von Citizen Lab sei bekannt. Die neueste Version des Betriebssystems iOS 14 biete neuen Schutz gegen solche Attacken, deren Ziel normalerweise nicht durchschnittliche iPhone-Nutzer, sondern bestimmte Gruppen seien. dpa

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026