Corona

Israels Regierung erlässt Notverordnung

Am Freitagmorgen errichtete die Polizei Dutzende Straßensperren an den Ein- und Ausgängen von Bnei Brak. Foto: Flash 90

Israel hat die streng religiöse Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv wegen der massiven Ausbreitung des Coronavirus zum Sperrgebiet erklärt. Zeitgleich erließ die Regierung eine Notverordnung, wonach Bereiche mit einer hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten abgeriegelt werden können, wie ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am späten Donnerstagabend mitteilte. Dieser Schritt ermögliche es, das Betreten und Verlassen der Gebiete einzuschränken.

Nach Medienberichten befürchtet die Regierung eine unkontrollierte Ausbreitung von Sars-CoV-2 in den dicht besiedelten religiösen Vierteln und Städten im Land, wo viele kinderreiche Familien leben. Etwa zwölf Prozent der rund neun Millionen Einwohner sind nach Angaben des Israelischen Demokratie-Institutes streng religiöse Juden.

Strassensperren Laut Medienberichten gibt es die Annahme, knapp 40 Prozent der rund 200.000 Einwohner in Bnei Brak hätten sich mit dem Coronavirus infiziert. Bereits am Freitagmorgen hatten demnach mehr als 1000 Polizisten Dutzende Straßensperren an den Ein- und Ausgängen der Stadt errichtet.

Israel hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus generell strenge Ausgangsbeschränkungen im Land verhängt.

Israel hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus generell strenge Ausgangsbeschränkungen im Land verhängt. Nur in Ausnahmefällen dürfen Menschen ihre Häuser verlassen.

Israels Gesundheitsminister Yaakov Litzman hatte sich am Donnerstag in Quarantäne begeben, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Daraufhin musste auch Ministerpräsident Netanjahu nach Angaben seines Büros in Selbstisolation. Litzman und Netanjahu hatten laut Medienberichten zuletzt Kontakt gehabt. Ein erstes Testergebnis Netanjahus war nach Angaben seines Büros allerdings negativ.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 7030 Personen in Israel nachgewiesen worden, 357 sind wieder genesen. 36 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.  dpa

Meinung

Was für eine Anmaßung!

Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir sagt, das Gesetz zur Todesstrafe werde dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen«. Dabei steht es im Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums

von Esther Schapira  31.03.2026

Libanon

Zerstörung von Grenzdörfern soll Bedrohung durch Terror beenden

Israels Verteidigungsminister Katz kündigt drastische Maßnahmen im Süden des nördlichen Nachbarlandes an. Von dort aus erfolgen seit Jahren Angriffe der Hisbollah

 31.03.2026

Israel

Übergriff, Löwen, Haushalt

Kurznachrichten

von Sabine Brandes  31.03.2026

Knesset-Beschluss

Reaktionen auf das Gesetz zur Todesstrafe

Rechte israelische Politiker feiern und die USA respektieren die Entscheidung. Scharfe Kritik kommt von Teilen der Opposition in Jerusalem und aus Europa

 31.03.2026

Israel

»Hoffentlich der letzte Krieg«

Der militärische Konflikt mit dem Iran dauert an. Wir haben nachgefragt, wie Israelis diese schwierige Zeit zu Pessach erleben

von Sabine Brandes  31.03.2026

Mascha Malburg

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026

Interview

»In Ägypten blieb mir der Mund offenstehen«

Der Tanach-Gelehrte Rabbiner Joshua Berman hat die erste Haggada aus Sicht des Alten Ägyptens verfasst. Im Interview spricht er über sein Werk und einen Besuch in dem Land, das die Juden einst verließen

von Sabine Brandes  31.03.2026

Jerusalem

Netanjahu zum Iran-Krieg: »Wir sind deutlich über die Hälfte hinaus«

Nach Angaben des Ministerpräsidenten richtet sich die aktuelle Phase der Operation vor allem auf den Umgang mit angereichertem Uran

 31.03.2026

Nahost

Vier Soldaten sterben im Süd-Libanon

Die Lage im Überblick

 31.03.2026