Politik

Israels Präsident will Neuwahl verhindern

Staatspräsident Reuven Rivlin Foto: Flash 90

Kurz vor einem wichtigen Stichtag hat Präsident Reuven Rivlin Gespräche mit Koalitionspolitikern in Israel geführt, um eine Neuwahl abzuwenden.

Rivlin habe bei den Treffen betont, dass es unbegreiflich wäre, wenn ein Streit über den Haushalt zu einer weiteren Abstimmung führen würde, teilte das Büro des Präsidenten am Donnerstag mit. Rivlin warnte demnach vor einem kompletten Vertrauensverlust der Öffentlichkeit.

Für Israel wäre es die vierte Wahl binnen eineinhalb Jahren.

Parlament Der Zeitrahmen für die Billigung des Etats endet am Montag. Das Parlament löst sich nach israelischem Gesetz im Falle einer Nicht-Billigung automatisch auf, es kommt zu einer Neuwahl.

Für Israel wäre es die vierte Wahl binnen eineinhalb Jahren. Hohe Corona-Zahlen sowie wirtschaftliche und soziale Folgen einer ersten Lockdown-Phase machen dem Mittelmeerland derzeit schwer zu schaffen.

In der erst seit Mai bestehenden Koalition aus dem rechtskonservativen Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem Mitte-Bündnis Blau-Weiß von Verteidigungsminister Benny Gantz kommt es wegen des Streits zu großen Spannungen. Zuletzt mehrten sich Spekulationen über eine Neuwahl.

Gemäß Koalitionsvertrag soll Gantz im kommenden Herbst Netanjahu als Regierungschef ablösen.

Haushalt Die Krise entzündete sich an einem Konflikt darüber, ob die Regierung einen Haushalt nur für das laufende Jahr oder auch für 2021 verabschieden sollte. Gerungen wird derzeit um eine Initiative im Parlament, die eine Verschiebung des Stichtags erreichen soll. Sie war in erster Abstimmung gebilligt worden, bedarf aber drei weiterer Lesungen.

Fortschritte wurden zuletzt nicht bekannt. Einem Bericht der Zeitung »Haaretz« zufolge dringt der Likud auf die Möglichkeit, alle zehn Tage diese Verschiebung beenden zu können – was zu einer Wahl führen würde. Blau-Weiß lehnt das ab. Gemäß Koalitionsvertrag soll Gantz im kommenden Herbst Netanjahu als Regierungschef ablösen. dpa

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlen

Alarm aus Israel

Der AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sorgt im jüdischen Staat für Unruhe – und löst eine ambivalente Debatte über die Partei und ihre Haltung zu Juden und Israel aus

von Sabine Brandes  07.09.2026

Nahost

Iran soll Angriff mehrerer Terrorgruppen auf Israel planen

Nach israelischen Einschätzungen könnte das Mullah-Regime einen gleichzeitigen Einsatz an mehreren Fronten vorbereiten – mit Beteiligung der Hisbollah, der Hamas und der Huthi

 07.09.2026

Gesellschaft

Exodus der Ärzte

Studie: Seit 2023 haben rund 1370 Mediziner Israel verlassen, darunter zunehmend erfahrene Fachärzte

von Sabine Brandes  06.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  06.09.2026

Jerusalem

Israels Sicherheitsrat: Weltweite Reisewarnung für die jüdischen Feiertage

Die Behörde warnt vor gezielten Anschlägen durch extremistische Gruppen und Einzeltäter auf Juden und Israelis. Von Reisen in zahlreiche arabische und an den Iran grenzende Staaten wird dringend abgeraten

 06.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht kippt Festnahmeverbot für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer

Das im Sommer verabschiedete Moratorium verstößt nach Ansicht der Richter gegen den Gleichheitsgrundsatz. Der Staat dürfe bei der Strafverfolgung keine unzulässigen Ausnahmen machen

 06.09.2026

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  06.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026