Ankara/Jerusalem

Israels Präsident Herzog in Türkei erwartet

Israels Präsident Isaac Herzog Foto: Flash 90

Es ist der erste ranghohe Besuch eines israelischen Vertreters in der Türkei seit Jahren: An diesem Mittwoch wird Israels Präsident Isaac Herzog in dem Land erwartet. Bei dem Besuch solle es um den Ausbau der Beziehungen unter anderem im wirtschaftlichen Bereich gehen, schrieb die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Auch der Krieg in der Ukraine könnte thematisiert werden. Beide Länder unterhalten enge Beziehungen zu Russland und zur Ukraine und sind jeweils als potenzielle Vermittler im Gespräch.

WIEDERANNÄHERUNG Zwischen den einst engen Bündnispartnern Türkei und Israel war es 2010 zum Zerwürfnis gekommen, nachdem bei der Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffs durch die israelische Marine zehn türkische Staatsbürger getötet worden waren. 2016 kam es zu einer Wiederannäherung. Seit der Gaza-Krise 2018 aber, die rund um die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem eskaliert war, haben die beiden Länder keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land. Nach türkischen und israelischen Angaben wird Herzog der erste ranghohe israelische Repräsentant seit 2008 sein, der die Türkei besucht.

Die außenpolitisch recht isolierte Türkei versucht derzeit nicht nur ihre Beziehungen mit Israel, sondern auch mit anderen Ländern der Region zu kitten. Israel treibt zudem gemeinsam mit anderen Ländern ein Gas-Pipeline-Projekt durch das östliche Mittelmeer voran. Von dem ist die Türkei bisher zu ihrem Missfallen ausgeschlossen.

Kritische Punkte in den Beziehungen sind unter anderem die Unterstützung der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas durch Ankara. Israel dürfte sich zudem wünschen, dass die Türkei die Rhetorik zu Israels Konflikt mit den Palästinensern herunterfährt. dpa

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Jerusalem

Ein toter Israeli bei Terroranschlag im Westjordanland

Kurz vor Beginn von Jom Kippur kommt es zu zwei Terroranschlägen im von Israel besetzten Westjordanland. Ein israelischer Zivilist und einer der angreifenden Palästinenser werden getötet

 20.09.2026

Jerusalem

Präsident Herzog begnadigt verurteilten Ex-Soldaten Elor Asaria

Israels Präsident lässt einen Strafregistereintrag des ehemaligen Soldaten löschen, der 2016 einen am Boden liegenden, palästinensischen Attentäter tötete. Die israelische Armee war laut Berichten dagegen

 20.09.2026

Kommentar

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026