Jerusalem

Israels Parlamentspräsident fordert Einheit

»Genug ist genug!«: Yuli Edelstein Foto: Flash 90

Zwei Wochen vor Ablauf einer Frist hat Israels Parlamentspräsident Yuli Edelstein zu einem letzten Versuch zur Bildung einer großen Koalition aufgerufen. »Israel befindet sich in einer schweren Regierungskrise, die zu einem wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch führen kann«, warnte er am Dienstag vor Journalisten im Parlament. »Genug ist genug!«

Edelstein sagte, der rechtskonservative Likud des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und das Mitte-Bündnis Blau-Weiß hätten sich bereit erklärt, noch am Abend neue Verhandlungen aufzunehmen. Alle bisherigen Versuche, eine große Koalition zu bilden, waren allerdings gescheitert. Yuli Edelstein gehört ebenfalls der Likud-Partei an.

netanjahu Das Justizministerium hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, der 70-jährige Netanjahu solle wegen Betrugs und Untreue sowie Bestechlichkeit angeklagt werden. Es ist das erste Mal in der Geschichte Israels, dass ein amtierender Ministerpräsident angeklagt wird. Netanjahu sprach von einem Putschversuch und kritisierte Israels Justiz aufs Schärfste. Oppositionspolitiker warfen dem Regierungschef vor, er treibe das Land in einen Bruderkrieg.

Die Chancen für eine Einheitsregierung gelten weiterhin als gering. 

Schon zweimal wurde in diesem Jahr ein neues Parlament gewählt, es gelang jedoch wegen einer Pattsituation zwischen dem rechts-religiösen und dem Mitte-Links-Lager keine Regierungsbildung. Die letzte Frist, innerhalb derer eine dritte Neuwahl binnen eines Jahres noch abgewendet werden könnte, endet am 11. Dezember.

Nach Medienberichten hat Edelstein beiden Seiten einen Plan zur Bildung einer großen Koalition vorgeschlagen. Demnach solle Netanjahu zuerst für eine kurze Zeit Regierungschef werden und dann von Blau-Weiß-Chef Benny Gantz abgelöst werden. Die Chancen für eine Einheitsregierung gelten aber weiterhin als gering.  dpa

Debatte

Antisemitismus und Israel-Hass: Auswärtiges Amt rügt Goethe-Institut für Ausstellung

Um die palästinensisch-amerikanische Künstlerin Basma al-Sharif gab es wegen Social-Media-Posts zuletzt Wirbel. Das gilt auch für die Teilnahme an einer Ausstellung in Vilnius

 04.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  04.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  04.04.2026

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Ramallah

Generalstreik: Palästinenser protestieren gegen israelisches Todesstrafe-Gesetz

Ein Generalstreik legt das Westjordanland und Ost-Jerusalem lahm. Palästinenser protestieren gegen das neue israelische Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen

 01.04.2026

Wahlkampf in Israel

Opposition stellt Netanjahus Kriegsbilanz infrage

Der Ministerpräsident sei »nicht in der Lage, eine strategische Lösung zu erreichen«, sagt Oppositionsführer Jair Lapid

 01.04.2026

Nahost

11-jähriges Mädchen bei iranischem Streubombenangriff schwer verletzt

Die Lage im Überblick

 01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Krieg

Israel geht von Sturz der iranischen Führung aus

Vom Iran geht laut Israels Regierungschef Netanjahu derzeit keine existenzielle Bedrohung mehr für Israel aus. Er sagt, Irans Führung sei »schwächer denn je«

 31.03.2026