Gaza

Israels Oppositionsführer: Abbas sollte Kontrolle übernehmen

Jair Lapid Foto: copyright (c) Flash90 2023

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid hat sich dafür ausgesprochen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde nach dem Krieg in Gaza dort wieder die Kontrolle übernimmt. Der ehemalige Regierungschef sagte dem TV-Sender Welt: »Meine Exitstrategie ist anders als die der Regierung.« Man solle die Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas wieder dorthin zurückbringen.

Israels Armee hatte sich 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Die islamistische Hamas siegte im Jahr darauf bei Parlamentswahlen. 2007 übernahm sie gewaltsam die alleinige Kontrolle über den Gazastreifen. Die Fatah-Kräfte von Abbas vertrieb sie weitgehend.

Lapid sagte, es gebe in Gaza zwar nur noch wenige Vertreter der Behörde, sie verfüge aber noch über eine Infrastruktur. Mit Blick auf den Rückhalt von Abbas im Westjordanland sagte Lapid, in Städten wie Dschenin oder Nablus sei die Lage »weniger unter Kontrolle als man es wünschen würde«. Anderswo im Westjordanland funktioniere es besser, sagte Lapid. »Unter den schlechten Wahlmöglichkeiten ist das die am wenigsten schreckliche.«

Unterstützung aus Deutschland

Auch Abbas, der vor 18 Jahren für vier Jahre zum Palästinenserpräsidenten gewählt wurde, unterstützt den Terror gegen Israel. Er gibt offen zu, Terroristen, die Israelis töten, Gehälter zu bezahlen. Auch verbreitet er regelmäßig antisemitische Propaganda. Dennoch gilt er als gemäßigter als die Hamas.

Lapid kommentierte auch den Verlauf des Anti-Terror-Krieges. Feuerpausen aus humanitären Gründen lehnt auch er gegenwärtig ab: »Wir müssen zunächst einmal den Krieg gewinnen.«

Von antisemitischen Ausschreitungen in Deutschland lasse er sich »nicht beirren«, sagte der Vorsitzende der Zukunftspartei, die in der politischen Mitte angesiedelt ist. »Ich fühle mich ermutigt durch den Umfang der Unterstützung in der deutschen Gesellschaft«, sagte er. »Wir wissen, wer unsere Freunde sind.«

Unterstützer der Hamas in Deutschland sollten sich die Frage stellen, wie es um die LGBTQ-Rechte in Gaza stehe, forderte Lapid. Es gebe dort keine Transpersonen und keinen offen schwul lebenden Menschen. »Sie werden dort ermordet.« Die Hamas sei eine Terrororganisation. »Wenn wir diesen Krieg gegen die Hamas nicht gewinnen, dann werden sie auch auf euch losgehen. Sie werden nach Deutschland ziehen.« dpa

Kommentar

Empathie für alle?

Dunja Hayali hat zu mehr Mitgefühl mit Betroffenen von Kriegen aufgerufen. Zurecht. Was in den deutschen Medien jedoch kaum vorkommt: das Leid der Israelis, die unter dem ständigen Beschuss der Hisbollah stehen

von Jenny Havemann  10.04.2026

Jerusalem

Israeli soll für Iran Anschlag auf Naftali Bennett geplant haben

Ein 22-jähriger Israeli soll für den iranischen Geheimdienst einen Anschlag auf Ex-Premier Naftali Bennett geplant und Sprengstoff hergestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen mehrere Verdächtige

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Iran-Krieg

Israel vermeldet insgesamt 31 Kriegstote und 7500 Verletzte

Nach der Waffenruhe zieht Israel eine erste Bilanz des Krieges mit dem Iran – die IDF spricht von einer erfolgreichen Kampagne

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime militärisch begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026