Libanon

Israels Armee zieht sich zurück

Der amerikanische Vermittler Amos Hochstein am Montag in Beirut Foto: picture alliance / Anadolu

Israels Streitkräfte (IDF) haben sich libanesischen und amerikanischen Angaben zufolge aus Nakura im Süden des Libanon zurückgezogen. Daraufhin sei ein Konvoi aus Soldaten der libanesischen Armee sowie der UN-Friedenstruppe UNIFIL in den Hafenort eingefahren, erklärten libanesische Sicherheitskreise.

Auch die Gemeinde bestätigte, dass die libanesische Armee gemäß dem Abkommen über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hisbollah dort nun Stellung beziehe. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, den Berichten nachzugehen.

»Diese Rückzüge werden fortgesetzt, bis alle israelischen Streitkräfte vollständig aus dem Libanon abgezogen sind«, sagte der US-Vermittler Amos Hochstein, der derzeit zu Gesprächen im Libanon ist, in einer Ansprache.

Lesen Sie auch

Viele Jahre früher

Die Ende November geschlossene Vereinbarung über eine Waffenruhe sieht unter anderem vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani-Fluss, etwa 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze, zurückzieht, was sie laut einer UNO-Resolution bereits viele Jahre früher hätte tun sollen.

Israels Bodentruppen sollen binnen 60 Tagen schrittweise aus dem Libanon abgezogen werden. Die libanesische Armee soll die Einhaltung der Vereinbarung überwachen. In Israel gibt es aber Zweifel, ob der Zeitrahmen für die libanesische Armee ausreicht, um ihre Präsenz im Grenzgebiet zu verstärken.

In Nakura an der Mittelmeerküste befindet sich auch das Hauptquartier der UN-Beobachtermission UNIFIL, die es seit 2006 versäumt hat, die UNO-Resolution 1701 durchzusetzen. dpa/ja

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026

Jom Haschoa

Erinnerungen im Wohnzimmer

Am Holocaustgedenktag kommen in Israel Menschen bei »Sikaron Ba‘Salon« zusammen, um Überlebenden zuzuhören

von Sabine Brandes  14.04.2026

Automatisierter Handel

»Geistiger Schaden«: Bnei Brak will Verkaufsautomaten nachts schließen

Stadtrat Rabbiner Ze’ev Lipschitz, der die Änderung eingebracht hatte, spricht von ökologischen, körperlichen und vor allem »spirituellen« Schäden durch Automaten

 14.04.2026

Jerusalem

Israel begeht den Jom Haschoa im Zeichen des Krieges – Netanjahu kritisiert Europa

Der Kontinent leide an »tiefer moralischer Schwäche«, sagt der Ministerpräsident

 14.04.2026

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Washington

Streben nach einem Friedensabkommen, Waffenruhe und Normalisierung: In Washington treffen sich Israel und Libanon zu direkten Gesprächen. Aber wie realistisch sind die Ziele?

 13.04.2026