»Stilles Embargo«

Israelischer Armeesprecher: Deutschland lässt uns im Stich

Arye Sharuz Shalicar Foto: Marco Limberg

Der Sprecher der Israelischen Armee, Arye Sharuz Shalicar, hat ein »stilles Waffenembargo« Deutschlands gegenüber Israel kritisiert. »Der jüdische Staat in seiner schwersten Stunde wird ausgerechnet von Deutschland in Sachen Rüstung im Stich gelassen«, sagte Shalicar der katholischen Wochenzeitung »Die Tagespost« in Würzburg.

»Ich bin auch als ehemaliger Wehrdienstleistender in der Bundeswehr sehr enttäuscht, dass Deutschland, dass die deutsche Regierung hier kein Rückgrat zeigt und nicht zu den eigenen Ansprüchen steht«, fügte er hinzu. Shalicar wurde als Sohn iranischer Juden in Göttingen geboren und wanderte 2001 nach Israel aus.

Solidarität nur mit toten Juden?

Der israelische Armeesprecher sagte, er frage sich, was Deutschland mit »Staatsräson« meine und was die junge Generation unter »nie wieder« verstehe. »Solidarisiert sich Deutschland in erster Linie mit toten Juden in Deutschland, oder endlich auch mal mit lebenden, sich zur Wehr setzenden Juden?«

Lesen Sie auch

Zudem seien »radikalisierte Muslime« mittlerweile eine »Gefahr für die innere Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland«. Diese Leute griffen »am Ende nicht nur Juden an, sondern auch deutsche Nichtjuden, die sich mit Juden solidarisieren, sie greifen Polizei und Medien an.«/kna

Jerusalem

Israelische Polizei nimmt mutmaßlichen Iran-Spion fest

Der 20-jährige US-Bürger soll gegen Geld Ziele für das Mullah-Regime ausgespäht haben

 01.07.2026

Libanon

Netanjahu befiehlt Zerstörung der Hisbollah-Infrastruktur

Israels Ministerpräsident weist die Armee an, alle ober- und unterirdischen Anlagen der Hisbollah im Südlibanon zu zerstören. Einen Truppenrückzug schließt er vorerst aus

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Funde in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  30.06.2026

Folgen des 7. Oktober

Israel tötet Peiniger von Rom Braslavski

Rund zwei Jahre lang wurde der Deutsch-Israeli von Terroristen des Islamischen Dschihad gequält. Als er von der Tötung »Abu Yusufs« hört, bricht er in Tränen aus

 30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Internationales Rotes Kreuz

Knesset lehnt Gesetz zum Besuchsverbot für Häftlinge ab

Sicherheitsminister Ben-Gvir wollte den Zugang zu palästinensischen Sicherheitsgefangenen verwehren, doch der Gesetzentwurf scheitert an Stimmen der eigenen Koalition

von Sabine Brandes  30.06.2026

Bnei Brak

Rabbiner verflucht Israels Armeechef Eyal Zamir

Ein israelischer Soldat wurde wegen eines religiösen Aufnähers inhaftiert. Das und die geplante Einberufung von Charedim sorgt für Verärgerung bei den Ultraorthodoxen

 30.06.2026

Rüstungstechnologie

Israelische Raketenabwehr für Katar

Fotos beweisen, dass in katarischen Regierungsmaschinen Militärtechnologie von Elbit verbaut wurde. Dabei pflegen Israel und Katar nicht einmal diplomatische Beziehungen

 29.06.2026