EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 56 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 48 Sitze.

Tierschutz

Israel will Pelzhandel verbieten

Foto: imago images / Panthermedia

Israels Umweltministerin Gila Gamliel hat angekündigt, den Handel mit Pelz im Land zu verbieten. Das Fell und die Haut von Tieren in der Modebranche zu nutzen, sei »unmoralisch«, sagte die Likud-Politikerin israelischen Medien. »Die Pelzindustrie tötet weltweit Hunderte Millionen Tiere und bringt unbeschreibliche Grausamkeit und Leid mit sich.«

In einer Erklärung teilte das Umweltministerium mit, dass es in Zukunft Genehmigungen für den Pelzhandel nur in Ausnahmefällen erteilen werde. Dazu stelle man bestimmte Kriterien auf, die den Pelzhandel auf Fälle von »wissenschaftlicher Forschung, Bildung, Unterricht sowie für religiöse Zwecke und Traditionen« beschränken würden. Wie die »Jerusalem Post« berichtete, soll demnach offenbar bei Strejmels, den traditionellen Pelzmützen der Charedim, eine Ausnahme gemacht werden.

ZUSTImMUNG Die Knesset-Abgeordnete Miki Haimovich (Blau-Weiß), Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Inneres und Umwelt, eine bekannte Anwältin für Tierrechte, lobte Gamliels Ankündigung. »Das Tragen von Pelz sollte vollständig aus der Welt verschwinden, da es heute keine Rechtfertigung mehr gibt, Tiere zu töten, nur um ihr Fell für modische Zwecke oder zum Wärmen zu tragen«, sagte Haimovich. Es gebe »ausgezeichnete Ersatzstoffe, die kein Leiden und keinen Mord verursachen«.

In einer Erklärung teilte das Umweltministerium mit, dass es in Zukunft Genehmigungen für den Pelzhandel nur in Ausnahmefällen geben werde.

Haimovich erklärte, wie wichtig es sei, dass Israel diese Gesetzgebung vorantreibe. Sie und ihr Ausschuss würden Gamliels Pläne voll und ganz unterstützen und bei der Umsetzung helfen.

Auch die israelische Tierschutzorganisation »Animals Now« lobt die Pläne. »Wir begrüßen die mutige Entscheidung der Umweltministerin«, hieß es in einer Erklärung. Eine große Mehrheit der Israelis unterstütze ein solches Gesetz – frühere Versuche seien jedoch immer gescheitert. Einer Umfrage zufolge halten es 86 Prozent der Israelis für inakzeptabel, Füchse, Nerze, Hunde und Katzen für Modeartikel einzusperren und zu töten.

Ultraorthodoxe »Wir freuen uns sehr, dass der Pelzhandel in Israel verboten werden soll«, erklärte die Society for Prevention of Cruelty to Animals in Israel (SPCA) gegenüber der »Jerusalem Post«. Der Kampf sei aber noch nicht beendet, solange Ultraorthodoxe weiterhin Pelz für ihre Strejmels verwenden dürfen. »Die SPCA ist gegen diese Praxis«, erklärte die Organisation. »Es ist eine primitive Art, das Judentum zu praktizieren. Wir hoffen, dass diese Praxis eines Tages verschwindet und religiöse Gründe keine Entschuldigung mehr sein werden, um mit Pelzen zu handeln.«

Sollte das Gesetz tatsächlich in Kraft treten, wäre dies das erste derartige Verbot auf nationaler Ebene. ja

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026