Tierschutz

Israel will Pelzhandel verbieten

Foto: imago images / Panthermedia

Israels Umweltministerin Gila Gamliel hat angekündigt, den Handel mit Pelz im Land zu verbieten. Das Fell und die Haut von Tieren in der Modebranche zu nutzen, sei »unmoralisch«, sagte die Likud-Politikerin israelischen Medien. »Die Pelzindustrie tötet weltweit Hunderte Millionen Tiere und bringt unbeschreibliche Grausamkeit und Leid mit sich.«

In einer Erklärung teilte das Umweltministerium mit, dass es in Zukunft Genehmigungen für den Pelzhandel nur in Ausnahmefällen erteilen werde. Dazu stelle man bestimmte Kriterien auf, die den Pelzhandel auf Fälle von »wissenschaftlicher Forschung, Bildung, Unterricht sowie für religiöse Zwecke und Traditionen« beschränken würden. Wie die »Jerusalem Post« berichtete, soll demnach offenbar bei Strejmels, den traditionellen Pelzmützen der Charedim, eine Ausnahme gemacht werden.

ZUSTImMUNG Die Knesset-Abgeordnete Miki Haimovich (Blau-Weiß), Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Inneres und Umwelt, eine bekannte Anwältin für Tierrechte, lobte Gamliels Ankündigung. »Das Tragen von Pelz sollte vollständig aus der Welt verschwinden, da es heute keine Rechtfertigung mehr gibt, Tiere zu töten, nur um ihr Fell für modische Zwecke oder zum Wärmen zu tragen«, sagte Haimovich. Es gebe »ausgezeichnete Ersatzstoffe, die kein Leiden und keinen Mord verursachen«.

In einer Erklärung teilte das Umweltministerium mit, dass es in Zukunft Genehmigungen für den Pelzhandel nur in Ausnahmefällen geben werde.

Haimovich erklärte, wie wichtig es sei, dass Israel diese Gesetzgebung vorantreibe. Sie und ihr Ausschuss würden Gamliels Pläne voll und ganz unterstützen und bei der Umsetzung helfen.

Auch die israelische Tierschutzorganisation »Animals Now« lobt die Pläne. »Wir begrüßen die mutige Entscheidung der Umweltministerin«, hieß es in einer Erklärung. Eine große Mehrheit der Israelis unterstütze ein solches Gesetz – frühere Versuche seien jedoch immer gescheitert. Einer Umfrage zufolge halten es 86 Prozent der Israelis für inakzeptabel, Füchse, Nerze, Hunde und Katzen für Modeartikel einzusperren und zu töten.

Ultraorthodoxe »Wir freuen uns sehr, dass der Pelzhandel in Israel verboten werden soll«, erklärte die Society for Prevention of Cruelty to Animals in Israel (SPCA) gegenüber der »Jerusalem Post«. Der Kampf sei aber noch nicht beendet, solange Ultraorthodoxe weiterhin Pelz für ihre Strejmels verwenden dürfen. »Die SPCA ist gegen diese Praxis«, erklärte die Organisation. »Es ist eine primitive Art, das Judentum zu praktizieren. Wir hoffen, dass diese Praxis eines Tages verschwindet und religiöse Gründe keine Entschuldigung mehr sein werden, um mit Pelzen zu handeln.«

Sollte das Gesetz tatsächlich in Kraft treten, wäre dies das erste derartige Verbot auf nationaler Ebene. ja

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Ramallah

Generalstreik: Palästinenser protestieren gegen israelisches Todesstrafe-Gesetz

Ein Generalstreik legt das Westjordanland und Ost-Jerusalem lahm. Palästinenser protestieren gegen das neue israelische Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen

 01.04.2026

Wahlkampf in Israel

Opposition stellt Netanjahus Kriegsbilanz infrage

Der Ministerpräsident sei »nicht in der Lage, eine strategische Lösung zu erreichen«, sagt Oppositionsführer Jair Lapid

 01.04.2026

Nahost

11-jähriges Mädchen bei iranischem Streubombenangriff schwer verletzt

Die Lage im Überblick

 01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist die Chance für den Nahen und Mittleren Osten

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  31.03.2026

Krieg

Israel geht von Sturz der iranischen Führung aus

Vom Iran geht laut Israels Regierungschef Netanjahu derzeit keine existenzielle Bedrohung mehr für Israel aus. Er sagt, Irans Führung sei »schwächer denn je«

 31.03.2026

Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Im Iran-Krieg wird immer wieder behauptet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sei tot. Aktuelle Videos von ihm sollen KI-generiert sein. Doch dafür gibt es keinen Beleg

 31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026