Tel Aviv

Israel will Einwanderung französischer Juden beschleunigen

Unruhen in Paris am 18. Oktober 2026 Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Angesichts der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich bereitet Israel sich auf einen Anstieg der Zahl jüdischer Einwanderer aus dem Land vor. Einwanderungsminister Ofir Sofer erteilte nach Medienberichten die Anweisung, Einwanderungsverfahren für französische Juden zu beschleunigen.

Nach jüngsten Angaben des israelischen Einwanderungsministeriums sind seit Jahresbeginn bereits rund 4000 Juden aus Frankreich nach Israel eingewandert. Die rechtsorientierte israelische Zeitung »Makor Rischon« schrieb, es handele sich um die höchste Zahl seit 2015.

Hunderte französischer Juden nahmen demnach in diesem Monat an einer speziellen Jobmesse in Paris teil, einige trafen dabei auch Vertreter führender israelischer Unternehmen. Ziel der Messe war es dem Bericht zufolge, ihnen bereits vor der Auswanderung berufliche Perspektiven zu eröffnen und damit den Neuanfang in Israel zu erleichtern.

Wachsender Antisemitismus

In einer Mitteilung des Einwanderungsministeriums hieß es, Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Frankreich hätten Besorgnis über die jüngsten politischen Entwicklungen geäußert. Dazu zähle auch ein möglicher Aufstieg des für seine stark israelkritischen Positionen bekannten, linken Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon. »Diese Entwicklungen verstärken bei Teilen der jüdischen Gemeinschaft in Frankreich das Gefühl der Unsicherheit und die Sorge um die Zukunft.«

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Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 liegt die Zahl antisemitischer Vorfälle in Frankreich auf historisch hohem Niveau. Nach Angaben des Innenministeriums wurden im vergangenen Jahr 1320 Fälle registriert – rund dreimal so viele wie 2022.

In der Vergangenheit kam es auch zu tödlichen Angriffen auf Juden, darunter der islamistisch motivierte Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt in Paris 2015, bei dem vier Menschen getötet wurden.

Israel selbst sieht sich zugleich mit einer zunehmenden Auswanderung konfrontiert. Vor allem junge, gut ausgebildete Israelis verlassen das Land, unter anderem wegen der angespannten Sicherheitslage, politischer Unsicherheit und hoher Lebenshaltungskosten. dpa/ja

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