Justiz

Israel weist Ankündigung des Strafgerichtshofs in Den Haag scharf zurück

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Foto: imago images / Steinach

Die Chefanklägerin des Weltstrafgerichts hat ihre Absicht bekräftigt, Ermittlungsverfahren zu angeblichen Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten einzuleiten. Das Gericht sei auch zuständig für das Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, und den Gazastreifen, erklärte Fatou Bensouda in einer vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag veröffentlichten Stellungnahme. Israel wies die Position der Anklage am Freitag scharf zurück.

Chefanklägerin Bensouda hatte im Dezember erklärt, dass Ermittlungen zu Kriegsverbrechen gerechtfertigt seien.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob es überhaupt rechtlich für die Gebiete zuständig ist und daher Verfahren eingeleitet werden dürfen. Die könnten sich sowohl gegen israelische Staatsbürger als auch gegen Palästinenser richten.

Chefanklägerin Bensouda hatte im Dezember erklärt, dass Ermittlungen zu Kriegsverbrechen gerechtfertigt seien. Zugleich hatte sie aber eine richterliche Entscheidung über die Zuständigkeit angefordert. Wann die Richter urteilen werden, ist noch unklar.

»Palästina« ist seit 2015 Vertragsstaat des Weltstrafgerichtes. Damit wäre das Gericht im Prinzip auch für Verbrechen zuständig, die dort begangen wurden. Israel gehört dem Gericht zwar nicht an. Aber das ist kein Schutz vor Strafverfolgung. Das Gericht verfolgt keine Staaten, könnte aber etwa Haftbefehle gegen israelische Offiziere ausstellen.

Der zuständige israelische Minister Juval Steinitz warf der Anklägerin vor, sie wolle »dem israelischen Staat Schaden zufügen«.

Mehrere Staaten, Organisationen und internationale Rechtsexperten hatten vor Gericht in dem Rechtsstreit Stellung bezogen. Dazu gehörte auch Deutschland. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte im Februar: »Das Problem ist, dass Palästina aus Sicht der Bundesregierung kein Staat ist und daher die Grundlage für eine Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs fehlt.«

Der zuständige israelische Minister Juval Steinitz warf der Anklägerin vor, sie wolle »dem israelischen Staat Schaden zufügen«. dpa/ja

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Wehrdienst oder Gefängnis: Armee stellt Chabad-Studenten vor die Wahl

Am Ben-Gurion-Flughafen wurden Dutzende Männer aus der Chabad-Lubawitsch-Bewegung festgenommen, als sie aus New York zurückkehrten

 20.10.2026

Tel Aviv

Gloria Gaynor tritt in Israel auf

Nur wenige ausländische Musiker kommen derzeit nach Israel. Die »Queen of Disco« ist eine von ihnen. Was für ein Verhältnis hat sie zum jüdischen Staat?

 20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Knessetwahl

Gantz zieht die Reißleine

Nach dem Absturz seiner Partei verzichtet der Ex-Generalstabschef auf eine Kandidatur – und wirbt erneut für eine große Einheitsregierung.

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026