Ariel

Israel und USA weiten Wissenschaftskooperation aus

Campus der Universität Ariel (2017) Foto: Flash 90

Israel und die USA weiten ihre wissenschaftliche Zusammenarbeit auf israelische Einrichtungen im Westjordanland und den Golanhöhen aus. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Botschafter David Friedman unterzeichneten am Mittwoch in der Universität Ariel im Westjordanland ein entsprechendes Abkommen. Der Schritt bedeutet eine weitere Legitimierung der israelischen Siedlungspolitik durch die USA.

Netanjahu sprach bei der Zeremonie von einer »riesigen Veränderung«. Die Vereinbarung sei ein »Sieg über alle Organisationen und Staaten, die uns boykottieren«.

BÜNDNIS US-Botschafter Friedman sagte: »Wir korrigieren ein altes Unrecht und stärken das unverbrüchliche Bündnis zwischen unseren beiden Ländern.« In einer Stellungnahme der Botschaft hieß es, die Vereinbarung solle »geografische Beschränkungen« aufheben. Sie passe drei bilaterale Abkommen an die gegenwärtige US-Politik an und werde die wissenschaftliche, landwirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit ausweiten.

Die USA hatten bereits im vergangenen Jahr bei der Bewertung der israelischen Siedlungspolitik eine Kehrtwende vollzogen. International ist diese aber weiterhin hoch umstritten. Der UN-Sicherheitsrat hatte Israel Ende 2016 zu einem vollständigen Siedlungsstopp einschließlich Ost-Jerusalems aufgefordert. Siedlungen wurden in der Resolution 2334 als Verstoß gegen internationales Recht und als großes Hindernis für Frieden in Nahost bezeichnet.

SIEDLUNGSBAU US-Außenminister Mike Pompeo erklärte jedoch vor knapp einem Jahr, der Bau von israelischen Siedlungen im Westjordanland sei aus Sicht der USA »nicht per se unvereinbar mit internationalem Recht«.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600 000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen. Die Palästinenser wollen auf dem Gebiet einen unabhängigen Staat gründen.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits eine Reihe pro-israelischer Entscheidungen getroffen. So erkannte er den israelischen Anspruch auf die Golanhöhen ebenso an wie Jerusalem als Israels Hauptstadt. Die USA verlegten ihre Botschaft dorthin. dpa

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026

Medien

»Alle Juden haben genug von dir!« Trump soll Netanjahu angeschrien haben

Auslöser für den Streit war einem neuen Buch zufolge ein israelischer Angriff auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha

 26.06.2026

Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Der israelische Außenminister will eine entsprechende Resolution zunächst im Kabinett einbringen. Anschließend soll sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden

 26.06.2026

Jerusalem

Isaac Herzogs Hubschrauber muss notlanden

Die Hintergründe

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026