Ukraine-Krieg

Israel schickt wieder Botschafter nach Warschau

Israels Außenminister Yair Lapid Foto: Flash 90

Der Krieg in der Ukraine hat erstmals seit letztem Sommer wieder eine diplomatische Annäherung zwischen Israel und Polen bewirkt. Der neue israelische Botschafter Yacov Livne sei in Polen angekommen, bestätigte eine Sprecherin des Außenministeriums in Jerusalem am Sonntag. Eine umstrittene Änderung des polnischen Verwaltungsrechts hatte im August vergangenen Jahres zu einer Herabstufung der diplomatischen Beziehungen beider Länder geführt. Diese bestanden danach nur noch auf der Ebene von Geschäftsträgern. 

GRENZE Der israelische Außenminister Jair Lapid teilte am Samstag mit, er habe die Entscheidung zur Entsendung des Botschafters nach einer Analyse der gegenwärtigen Situation getroffen. Ziel sei es, »israelischen Bürgern zu helfen, die die Grenze von der Ukraine nach Polen überqueren«. Polen erfülle bei den aktuellen Ereignissen eine zentrale Rolle. Die Sprecherin des Außenministeriums erklärte auf Anfrage, der neue Botschafter solle aber nicht nur während der Krise, sondern permanent in Warschau bleiben.

Die Unterzeichnung einer umstrittenen Änderung des polnischen Verwaltungsrechts durch Polens Präsident Andrzej Duda hatte im August eine schwere diplomatische Krise zwischen beiden Ländern ausgelöst. Sie sieht vor, dass Verwaltungsentscheidungen nach 30 Jahren nicht mehr gerichtlich angefochten werden können. Israel befürchtet damit ein Ende der Entschädigungen für Enteignungen von Juden im Zuge des Holocausts. dpa

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