Pandemie

Israel plant vierte Impfung gegen das Coronavirus

Experten meinen, die Hohen Feiertage könnten zu einer Art Herdenimmunität in Israel führen. Foto: Flash90

Die vierte Welle des Coronavirus in Israel scheint langsam aber sicher abzuflachen. Etwa sechs Wochen nach dem Beginn der Initiative der Auffrisch-Impfungen zeige sich die Wirkung, meinen Experten. Am Mittwoch war die Zahl der Neuinfektionen so niedrig wie in drei Monaten nicht.

TIEFSTWERT Auch der R-Wert, die Rate, wie häufig ein Infizierter andere Personen ansteckt, sank auf einen neuen Tiefstwert mit 0,95. Liegt diese Zahl unter eins, bedeutet es, dass die Ausbreitung des Virus zurückgeht. Zum letzten Mal lag diese Rate Anfang Juni unter eins, bevor die Delta-Variante in Israel ankam.

Auch die Zahl der positiven Tests ging zurück. Während in der vergangenen Woche zeitweilig 8,4 Prozent bestätigt wurden, waren es am Mittwoch noch 5,44 Prozent.

Die Zahl der schwerkranken Patienten in den Krankenhäusern blieb mit 673 stabil. Von den 69 Personen, die am Dienstag eingeliefert wurden, sind 49 nicht geimpft. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner ist die Zahl der Corona-Erkrankungen in Israel in allen Altersgruppen unter den Ungeimpften um ein Vielfaches höher als unter den Geimpften. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums befinden sich unter den über 60 Jahre alten Schwerkranken 154 nicht geimpfte, 41 zweimal geimpfte und fünf dreimal geimpfte.

»Die meisten schweren Verläufe sind bei Nichtgeimpften zu sehen. Und das, obwohl die Nichtgeimpften unter den Älteren eine kleine Minderheit sind.«

Gesundheitsexperte Ran Balicer

Der Fernsehkanal 13 veröffentlichte eine Studie, die besagt, dass zum dritten Mal Geimpfte derzeit einen 96-prozentigen Schutz haben, während jene, die lediglich zwei Spritzen erhalten haben, nur noch zu 42 Prozent geschützt sind. Allerdings bestätigen die meisten Mediziner, dass auch zwei Spritzen des Vakzins von Biontech/Pfizer gegen schwere Erkrankung und Tod schützen.

FEIERTAGE Der Gesundheitsexperte Experte Ran Balicer twitterte, dass die meisten schweren Verläufe einer Erkrankung von Covid-19 mittlerweile bei Nichtgeimpften zu sehen seien. »Und das, obwohl die Nichtgeimpften unter den älteren Israelis eine kleine Minderheit darstellen.«

Einige sind sogar der Auffassung, dass die hohe Zahl der bestätigten Fälle, gepaart mit den Booster-Impfungen, zu einer Art Herdenimmunität führen könne. Der öffentlich-rechtliche Sender KAN veröffentlichte einen Bericht, in dem Fachleute diese Möglichkeit »in ein oder zwei Monaten« prognostizieren. Die Drittimpfung werde wahrscheinlich zudem einen weiteren Ausbruch verhindern, obwohl sich viele Israelis während Zeit der Hohen jüdischen Feiertage im September bei Zusammenkünften in Familien oder Synagogen anstecken könnten.

SPRITZE Während die Dritt-Impfungen weiterlaufen – mittlerweile haben sie sich knapp 2,7 Millionen Israelis abgeholt – sprechen einige bereits von der Möglichkeit einer vierten Spritze gegen das Coronavirus.

Der Coronaberater der Regierung, Salman Zarka, sagte in einem Radiointerview: »Wir gehen davon aus, dass das Virus hier ist und hierbleiben wird. Also müssen wir uns auf die vierte Spritze vorbereiten.«

Er führte allerdings nicht aus, wann diese geplant ist, erklärte jedoch, dass eine neue Auffrischung eventuell angepasst werden könnte, um besser gegen neue Varianten von SARS-CoV-2 zu schützen. »Das ist unser Leben im Moment – es kommt in Wellen.«

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