Gazastreifen

Israel greift Hamas-Terrorkommando an

Gelände der ehemaligen Al-Jaouni-Schule Foto: picture alliance / Anadolu

Die israelische Armee (IDF) hat nach eigenen Angaben einen Kontroll- und Kommandoposten der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf dem Gelände einer ehemaligen Schule der Vereinten Nationen (UN) angegriffen, die nun als Flüchtlingslager dient. Bei dem Luftschlag sind den UN zufolge sechs Mitarbeiter der UNRWA getötet worden.

Der Hilfsorganisation zufolge biete das Gelände Schutz für rund 12.000 Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder. Die ehemalige Schule sei bereits zum fünften Mal angegriffen worden.

Die IDF betonte jedoch, vor dem Luftschlag gegen die Terroristen Maßnahmen getroffen zu haben, um Zivilisten zu schützen. Gerade im Gazastreifen verschanzen sich die Terroristen der Hamas systematisch in zivilen Einrichtungen und missbrauchen Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Dennoch wird die israelische Armee für den Angriff scharf kritisiert.

»Was in Gaza passiert, ist völlig inakzeptabel«, sagte etwa UN-Generalsekretär Antonio Guterres. »Sechs unserer UNRWA-Kollegen sind unter den Getöteten.«

Wie hoch die zivilen Opferzahlen sind, ist unklar. Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium spricht von 18 Toten. Jedoch unterscheiden diese Zahlen weder zwischen Zivilisten und Terroristen, zudem lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen.

UN verurteilt Angriff, Israels Botschafter kritisiert Guterres

Israels UN-Botschafter Danny Danon wehrt sich auf X gegen die Kritik von Guterres. »Was ›inakzeptabel‹ ist, ist die Tatsache, dass Sie sich weigern, die Realität anzuerkennen, und sie weiterhin verzerren«, schrieb der Diplomat. »Es ist unverantwortlich, dass die UN weiterhin Israel in seinem gerechten Krieg gegen Terroristen verurteilt, während die Hamas weiterhin Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht.«

Lesen Sie auch

Danon empfiehlt dem UN-Chef, »sorgfältig zu ermitteln, wer diese Terroristen waren, was sie in der Vergangenheit getan und welche Gräueltaten sie begangen haben«. Ob der israelische Diplomat damit die getöteten UNRWA-Mitarbeiter meinte, ist unklar. Über mögliche Verwicklungen der Getöteten mit der Hamas ist bislang nichts bekannt.

Dennoch dürfte es sich um einen Seitenhieb auf die Verbindungen der UNRWA zu palästinensischen Terrororganisationen handeln. Anfang August mussten die UN etwa neun Angestellte entlassen, weil sie an den Massakern vom 7. Oktober beteiligt waren. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen UNRWA-Mitarbeiter Terroristen waren. ja

Israel

Die Stimme, der man traut: Oren Nahari ist tot

Mit nur 70 Jahren ist der beliebte Journalist Oren Nahari gestorben. Wenige Tage nach seiner letzten Radiosendung

 13.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Militär

Gefährlicher Schwarm

Experte Danny Orbach über neue Technologie in der Kriegsführung, Herausforderungen beim Zivilschutz und den Drohnenfund in Leipzig

von Sabine Brandes  13.08.2026

Nachrichten

Warnung, Netzwerke, Jahrzeit

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  13.08.2026

Washington D.C./Jerusalem

USA weisen Katz wegen Aussagen zu israelischer Präsenz im Südlibanon zurecht

Der israelische Verteidigungsminister hatte angekündigt, die Armee werde auf absehbare Zeit im Südlibanon bleiben

 13.08.2026

Jerusalem

Huckabee verurteilt Angriffe auf palästinensisch-amerikanische Familie im Westjordanland

»Die Handlungen derjenigen, die dies dem Haus dieser Familie antun, sind kriminell«, erklärt der US-Botschafter

 13.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026