Terror

Israel bestellt wegen Geld für Palästinenser EU-Botschafter ein

Foto: imago

Israel hat im Streit um EU-Finanzhilfen für palästinensische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) den EU-Botschafter Emanuele Giaufret ins Außenministerium einbestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums in Jerusalem am Donnerstag. Auslöser der Verstimmung ist nach Medienberichten ein Brief des deutschen EU-Diplomaten Sven Kühn von Burgsdorff an die Dachorganisation palästinensischer NGOs.

In dem Brief vom 30. März, den das NGO-Netzwerk veröffentlicht hatte, wird den Palästinensern weitere finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union zugesichert. Es heißt darin, alle geförderten Projekte müssten sich an EU-Vorschriften halten. Diese sehen unter anderem Maßnahmen gegen Terrorgruppen oder Einzelpersonen vor, die Terroraktivitäten unterstützen.

Weiter heißt es auch, es sei aber kein Grund für den Stopp von EU-Finanzhilfen, wenn eine Einzelperson mit Gruppen auf der EU-Liste in Verbindung stehe, mit ihnen sympathisiere oder sie unterstütze. Auf der EU-Terrorliste stehen die Palästinenser-Terrorganisationen Hamas, Islamischer Dschihad und die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Die Organisation NGO-Monitor meinte zu dem Brief: »Es scheint, dass die EU-Diplomaten dem palästinensischen Druck nachgeben und de facto EU-Vorschriften aufheben, die den Transfer von EU-Geldern an Terrorgruppen oder Personen, die mit diesen Terrorgruppen in Verbindung stehen, verbieten.« Mindestens fünf Mitglieder des Dachverbands stünden in Verbindung mit gelisteten Organisationen. Darüber hinaus bestünden Verbindungen von NGOs und Menschenrechtsgruppen mit der PFLP.

Die »Jerusalem Post« schrieb am Donnerstag, der deutsche EU-Diplomat habe den Brief als Reaktion auf monatelange Proteste palästinensischer NGOs geschrieben. Diese hätten von der EU gefordert, die Vorschrift zu streichen, wonach nur Organisationen unterstützt werden können, die keine Verbindungen mit Gruppierungen auf der EU-Terrorliste unterhalten. Nach palästinensischer Lesart handelt es sich dabei um Gruppen, die keinen Terror fördern und betreiben, sondern »Widerstand« gegen die israelische »Besatzung« leisten. dpa/ja

Medizin-Skandal

Eigenes Baby - falsches Sperma?

Eine Mutter in Israel vermutet eine Verwechslung bei der Samenspende. Der Fall führt erneut zum Assuta-Krankenhaus

von Sabine Brandes  18.08.2026

Meinung

Von Menschen und Monstern

Die neuen Äußerungen des rechtsextremen israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir sind schockierend, aber leider nicht überraschend

von Ayala Goldmann  18.08.2026

Wandern

Der Weg ist das Ziel

Auf einer Länge von 111 Kilometern lassen sich zwischen Jaffa und Jerusalem auf einem neuen Trail antike Stätten, wechselnde Landschaften und vielfältige Gemeinschaften neu entdecken

von Sabine Brandes  18.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Tel Aviv

Yoseph Haddad gründet Partei

Der arabisch-israelische Aktivist startet im Vorfeld der für den 27. Oktober vorgesehenen Knesset-Wahlen eine Kampagne

 18.08.2026

Energieminister Eli Cohen

Analyse

Ein neuer Likud?

Eli Cohen liegt bei den Vorwahlen auf Platz eins – und die umstrukturierte Liste zeigt, wie umkämpft die Partei vor der Knesset-Wahl ist

von Sabine Brandes  18.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Konzerte

Rückkehr ausländischer Künstler auf israelische Bühnen

Auch der französische Pianist Richard Clayderman hat zwei Konzerte im jüdischen Staat vor sich. Welche anderen Musiker kommen?

 18.08.2026

Westjordanland

Israelische Sicherheitskräfte räumen illegalen Siedler-Außenposten bei Hebron

Die Bewohner hatten zuvor israelische Polizisten angegriffen und an der Arbeit behindert

 18.08.2026