Politik

Isaac Herzog liegt in Umfragen vorne

Immer mehr Israelis scheinen ihre Stimme der Zionistischen Union aus Isaac Herzog und Zipi Livni geben zu wollen. Foto: Flash 90

Bislang lieferten sich die Kontrahenten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In sämtlichen Umfragen lagen Benjamin Netanjahu und Isaac Herzog stets mit 23 vorausgesagten Sitzen gleichauf. Doch fünf Tage vor den Parlamentswahlen wendet sich das Blatt. Immer mehr Israelis scheinen ihre Stimme der Zionistischen Union aus Herzog und Zipi Livni geben zu wollen.

In den jüngsten Statistiken verlieren sowohl der Likud als auch die Rechtspartei Jüdisches Haus von Naftali Bennett dramatisch. Während dem Likud derzeit lediglich noch 21 Knessetsitze zugeschrieben werden, sind es für das Herzog-Livni-Bündnis schon 25. Bennett fiel von 13 auf elf Sitze. Doch auch die Linkspartei Meretz verliert und könnte sogar an der 3,25-Prozent-Hürde scheitern. Deren Vorsitzende Zahava Gal-On appellierte an die Israelis: »Bitte lasst uns nicht in der Versenkung verschwinden.«

Gewinner sind neben der Zionistischen Union die Zentrumsparteien von Yair Lapid (Jesch Atid) und Mosche Kahlon (Kulanu), die in den Umfragen stetig steigen. Die Vereinte Arabische Liste wäre – würde heute gewählt – mit 13 Sitzen die drittstärkste Partei in der Knesset.

chefposten Auch die Ansichten über den nächsten Premierminister scheinen sich gewandelt zu haben. Während vor zehn Tagen noch 26 Prozent mehr Israelis überzeugt waren, Netanjahu sei der geeignete Kandidat für den Chefposten im Land, ist die Differenz auf 14 Prozent geschrumpft.

Zwar meint immer noch fast die Hälfte der Bevölkerung, der alte solle auch der neue Premierminister sein. Doch Herzogs Ansehen steigt stetig. Immerhin 34 Prozent der Israelis würden ihn gern als zukünftigen Mann an der Spitze sehen.

In den Prognosen vom Mittwoch - beispielsweise vom Armeeradiosender Galgalatz – sieht es so aus, als ob sich die Israelis nach sechs Jahren Likud für eine neue Regierung entscheiden wollten. Netanjahu will das nicht hinnehmen. Auf einer Kundgebung in der nördlichen Stadt Netanja sagte er vor Wählern: »Wenn die Lücke zwischen uns und den Linken nicht geschlossen werden kann, bevor es an die Urnen geht, gibt es eine Chance, dass Livni und Boujie mit der Unterstützung der arabischen Liste gewinnen«. Für die einen ist dieses Szenario eine Horrorvorstellung, für andere allerdings ein echter Hoffnungsschimmer.

Israel/Libanon

Erstmals seit neuer Waffenruhe Hisbollah-Drohnenangriff

Die proiranische Terrororganisation hat ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fluggerät auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert; Israels Armee: »eklatanter Verstoß gegen die Waffenruhe«

 29.07.2026

Nachrichten

Festival, Westjordanland, Wahlkampf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026

Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Neue Badewannen, »zubereitete Speisen« und andere Posten sowie unkenntlich gemachte Einträge sorgen für Kritik

 29.07.2026

Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte

 29.07.2026

Bahnverkehr

Mehr »Regios« für Israel

Auf der gerade eröffneten »Ostroute« sollen bald neue Züge aus Deutschland fahren

von Valentin Suckut  28.07.2026

Jerusalem

Umfrage: Eisenkots Partei bleibt vor Likud

Wie viele Mandate würden »Yashar!« und Likud in der Knesset bekommen?

 28.07.2026

Gazastreifen

Morgens Krankenpfleger, nach Feierabend Terrorist

Sie waren Krankenpfleger, Ärzte und Terroristen: Anhand von Nachrufen des Islamischen Dschihad und der Hamas konnte das Doppelleben von 18 Mitarbeitern des Gesundheitswesens enthüllt werden

 28.07.2026