Nahost

Iranischer Offizieller twittert auf Hebräisch - und erntet viel Spott

Ali Schamchani ist Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrates im Iran Foto: imago/Xinhua

Der Generalsekretär des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats wollte wohl ganz sicher gehen, dass seine Botschaft auch verstanden würde.

Deshalb verfasste er seinen Tweet – ungewöhnlich für einen hohen Beamten der Islamischen Republik – gleich in mehreren Sprachen, darunter auch Hebräisch. Israel werde dereinst ebenso aus dem Westjordanland vertrieben werden wie die USA aus Vietnam, Afghanistan und dem Irak, schrieb Ali Schamchani.

ENTLASSUNG Doch der Iraner verwendete das falsche hebräische Wort - und teilte dem Zielpublikum in Israel stattdessen mit, dass am Ende einer jeden Besatzung unvermeidlich die »demütigende Entlassung« [aus dem Arbeitsverhältnis] stünde. Das gelte auch für das »zionistische Besatzerregime«.

Obwohl den meisten klar war, was Schamchani eigentlich hatte sagen wollen, erntete er mit seinem Tweet viel Hohn und Spott.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ein Twitter-User fragte unter Verweis auf das israelische Arbeitsrecht: »Erfolgt die Entlassung gemäß Paragraf 13? Können wir in jedem Fall eine Entschädigung erhalten?« Ein anderer scherzte: »Wir sind in unserem Beruf gewerkschaftlich organisiert, wir brauchen keine demütigenden Entlassungen zu befürchten.«

Etwas ernster antwortete Joshua Zarka, stellvertretender Generaldirektor im israelischen Außenministerium. Auf Farsi, der Muttersprache Schamkanis, schrieb er: »1. Es ist besser, richtiges Hebräisch zu lernen. 2. Das Ende jeder Diktatur, die ihr eigenes Volk unterdrückt, ist das Verschwinden aus der Welt.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch andere Kommentatoren spielten auf der Unterdrückung von Regimegegnern durch das Mullah-Regime an. »Ich habe gehört, dass in Ihrem Land Leute nicht gefeuert, sondern gehängt werden«, schrieb einer an die Adresse Schamchanis gerichtet.

SOFTWARE Dessen Tweet war nicht nur ins Hebräische übersetzt worden, sondern wurde auch auf Englisch verbreitet. Auch dort war von »humiliating dismissal«, also einer »demütigenden Entlassung«, die Rede. Offensichtlich war die von Schamchanis Social-Media-Team verwendete Übersetzungssoftware nicht in der Lage, eine Drohbotschaft zu erzeugen, die im Westen ernstgenommen wird.

»Das riecht nach Google Translate«, kommentierte ein User auf Twitter - und fügte hinzu: »Von einem hochrangigen iranischen Regierungsbeamten hätte ich mehr erwartet.« Schamchani war von 1997 bis 2005 sogar Verteidigungsminister des Iran. mth

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Thailand

Israelische Mutter und Tochter nach Angriff im Krankenhaus

Die Touristinnen wurden auf der Insel Koh Phangan von einem Mann attackiert, der zuvor Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisiert hatte. Eines der Opfer erlitt eine Gehirnblutung

 07.08.2026

Washington/Rom

USA: Annäherung bei Gesprächen zwischen Libanon und Israel

Man sei sich »nun deutlich näher« bei der Frage, was getan werden müsse, um die sogenannten Pilotzonen weiterzuführen und auszubauen, sagt ein Sprecher des US-Außenministeriums

 07.08.2026

Westjordanland

Mutter und Sohn entgehen Lynchversuch nach Irrfahrt in Dschenin

»Dutzende Araber versuchten, die Türen zu öffnen, warfen Steine auf uns und versuchten, uns anzuhalten«, sagt die Frau

 07.08.2026

Nahost

UNICEF-Erhebung: Kaum Mangelernährung bei Kindern in Gaza

»Im Gazastreifen herrscht keine Hungersnot«, heißt es im israelischen Außenministerium. Dies sei das eindeutige Ergebnis

 07.08.2026