Social Media

Instagram-Star Nas Daily ist jetzt »Israeli-Palästinenser«

Allein auf Instagram hat »Nas Daily« vier Millionen Follower Foto: Screenshot Instagram

Social Media

Instagram-Star Nas Daily ist jetzt »Israeli-Palästinenser«

Der Schock des Hamas-Angrifffs hat seine Identität geradegerückt

von Sabine Brandes  11.10.2023 14:46 Uhr

Wer schaut nicht »Nas Daily«? Die kurzen Clips auf Instagram, Facebook und TikTok erklären die weite Welt in einer Minute, immer kurzweilig und informativ. Hinter dem erfolgreichen Kanal steht der arabisch-israelische Vlogger und Influencer Nuseir Yassin, der mit Nas Daily Millionen von Followern hat.

Jetzt stellte der 31-Jährige auf X klar, dass er sich früher als »Palästinenser-Israeli« gesehen habe. »Die längste Zeit kämpfte ich mit meiner Identität«, schrieb er. »Viele meiner Freunde weigern sich bis heute, das Wort ‚Israel‘ auszusprechen und nennen sich nur ‚Palästinenser‘. Aber seit ich zwölf war, ergab das für mich keinen Sinn. Also beschloss ich, beides zu vermischen und ein Palästinenser-Israeli zu werden.«

Morde der Hamas führten zu Sinneswandel

Als gebürtiger Israeli, er stammt aus Arraba in Untergaliläa, wurde seine Identität oft unter Druck gesetzt und hinterfragt, um »beide Seiten« des Konflikts innerhalb Israels zu besänftigen. Dennoch vermied er es weitgehend, über seinen Hintergrund zu sprechen, und beschrieb sich lediglich als »palästinensisch-israelisch«. Allerdings hätten die mörderischen Angriffe der Hamas auf israelischem Boden zu einem Sinneswandel bei ihm geführt.

»Ich dachte, dieser Begriff spiegelt wider, wer ich bin. Zuerst ein Palästinenser, dann ein Israeli«, schrieb er. »Aber nach den jüngsten Ereignissen begann ich zu denken. Und zu denken… Dann verwandelten sich meine Gedanken in Wut. Mir wurde klar, dass wir nicht sicher wären, wenn Israel noch einmal auf diese Weise überfallen würde. Für einen Terroristen, der in Israel einmarschiert, sind alle Bürger Ziele.«

»Ich möchte nicht unter einer palästinensischen Regierung leben.«

Nuseir yassin

»Ich möchte nicht unter einer palästinensischen Regierung leben. Das heißt, ich habe nur ein einziges Zuhause, auch wenn ich kein Jude bin: Israel.« Dort lebe seine ganze Familie, dort sei er aufgewachsen. »Dies ist das Land, das ich weiterhin existieren sehen möchte, damit ich existieren kann.« Er beendete seinen Beitrag mit der Bestätigung: »Von heute an betrachte ich mich als Israeli-Palästinenser. Zuerst Israeli. Dann Palästinenser. Manchmal braucht es einen solchen Schock, um so klar zu sehen.«

Die Reaktionen auf Yassins Beitrag waren meist positiv. Viele teilten seinen Kommentar. Yoel Israel, der Gründer von Wadi Digital, schrieb: »Freut mich, dich als israelischen Bruder zu haben«.

Yassin lebt derzeit in Dubai. Nachdem er sein Studium an der Harvard University abgeschlossen und in der globalen High-Tech-Branche gearbeitet hatte, beschloss er 2016, alles hinter sich zu lassen und die Welt zu bereisen. Die Erfahrungen dokumentierte er auf seinen Kanälen »Nas Daily« (»Nas« steht für Menschheit). Mit mehreren Millionen Followern gilt Yassin als einer der größten Influencer Israels.

Jerusalem

Roman Gofman neuer Leiter von Israels Geheimdienst Mossad

Ein Mann aus dem Militär und Berater Netanjahus wird nun Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Dem umstrittenen Wechsel an der Spitze des Mossad war ein Rechtsstreit vorausgegangen

 02.06.2026

Erwiderung

An allem sind ... oder, Herr Ahmetović?

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović, macht keinen Hehl daraus, wen er zum Hauptverantwortlichen für nahezu sämtliche Probleme, Konflikte und Krisen in Nahost erklärt

von Sacha Stawski  02.06.2026

Film

Die Entwirrung der UNRWA

Eine neue Dokumentation beleuchtet Geschichte, Auftrag und politische Rolle des Palästinenserhilfswerks

von Maria Ossowksi  02.06.2026

Pride Month

Bennett entdeckt LGBTQ-Community für den Wahlkampf

Der frühere Gegner gleichgeschlechtlicher Partnerschaften fordert heute volle rechtliche Gleichstellung – und erzählt, warum persönliche Erfahrungen seine Sicht verändert haben

von Sabine Brandes  02.06.2026

Gerlingen/Tel Aviv

Bosch reduziert Forschungspräsenz in Israel

Zwei Büros in Tel Aviv und Haifa sollen geschlossen werden. Die Hintergründe

 02.06.2026

Jerusalem

Israels Parlament billigt in erster Lesung eigene Auflösung

In der Koalition von Regierungschef Netanjahu gibt es Streit. Die Charedim pochen deshalb auf einen früheren Wahltermin. Eine weitere Hürde auf dem Weg dahin ist nun genommen

 02.06.2026

Luftfahrt

El Al nimmt Direktverbindung zwischen Tel Aviv und San Francisco wieder auf

Geplant sind drei Flüge pro Woche, die jeweils rund 15 Stunden dauern. Auffällig ist die Flugnummer

 02.06.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Charedim legen mit Massenprotest Verkehr lahm

In mehreren Teilen Israels protestierten sie gegen die Festnahme von Wehrdienstverweigerern

 02.06.2026

Jerusalem

Kritik an Netanjahu wegen Verzicht auf Angriff gegen Hisbollah in Beirut

Der ehemalige Ministerpräsident Naftali Bennett sagt, die Regierung habe »die Kontrolle über die israelische Souveränität verloren«

 02.06.2026