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Ikea, Plage, Drohnen

Sie kommt an Pessach zu Besuch. Foto: Getty Images / istock

Ikea
Ikea wird verklagt. Der Möbelkonzern hatte 2017 einen Katalog speziell für Charedim herausgegeben, in dem sich keinerlei Abbildungen von Frauen befinden. Nun reichte das Israel Religious Action Center (IRAC) im Namen von Hannah Katzman, einer orthodoxen Jüdin, vor dem Jerusalemer Bezirksgericht eine Klage wegen Diskriminierung ein. Darin heißt es, der Ausschluss von Frauen und Mädchen aus dem Katalog zeige ihnen, dass sie weniger wert seien. »Diese Diskriminierung hat die Empfänger des Katalogs schwer beleidigt, verärgert und traumatisiert«, so der Vorwurf. 20 Prozent der vom IRAC befragten charedischen Frauen sollen sich durch den Katalog angegriffen gefühlt haben. Die Kläger wollen für jede der 10.000 nach ihren Schätzungen betroffenen Frauen eine Entschädigung von umgerechnet circa 365 Euro erreichen. Die Ikea‐Zentrale in Schweden will von diesem Katalog nichts gewusst haben und entschuldigte sich öffentlich. Im Nachfolgekatalog für die charedische Gemeinde waren gar keine Menschen mehr zu sehen.

Bericht
Israel hat den jüngsten Bericht der Untersuchungskommission des UN‐Menschenrechtsrats zum Vorgehen Israels gegen palästinensische Demonstranten aus dem Gazastreifen, die die Grenze zu Israel gewaltsam überqueren wollten, entschieden zurückgewiesen. »Dieser Bericht ist einer sündhaften, politisch voreingenommenen Resolution entsprungen, die das Ergebnis vorweggenommen hatte, noch bevor die Untersuchung überhaupt begann«, teilte das israelische Außenministerium mit. »Dieser Bericht wurde von drei Personen verfasst, denen jegliches Verständnis für Sicherheitsfragen fehlt und die keinen relevanten professionellen Hintergrund haben.« Die Hamas orches­triere die Angriffe und setze Zivilisten im Gazastreifen als menschliche Waffen ein, um Israel und israelische Zivilisten anzugreifen, heißt es weiter. Israel habe mit Zurückhaltung und nur zum Schutz der Zivilbevölkerung reagiert. »Das Verhalten der israelischen Armee an der Grenze geschieht in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht und den Standards anderer Armeen weltweit. Unabhängige Militärexperten haben dies bestätigt; ebenso Israels Oberster Gerichtshof, eine weltweit renommierte juristische Institution.« Israel werde weiterhin seine Bürger vor diesen Angriffen schützen, »trotz der Auffassung des Menschenrechtsrats, dass Israel nicht das Recht habe, seine Grenzen zu verteidigen«. Israel ruft alle Mitgliedsstaaten auf, den Bericht abzulehnen und seine Empfehlungen zu ignorieren.

Plage
Zu Pessach erwarten Experten der UNO in Israel eine Heuschreckenplage. In den vergangenen Monaten hatten sich im Nahen Osten und Nordafrika riesige Schwärme gebildet. Ihren Ursprung nahmen sie im Dezember an der Küste des Roten Meeres in Eritrea und im Sudan. Ende Januar wurden der Iran und Mekka in Saudi‐Arabien von den Heuschrecken heimgesucht. Wie die Ernährungs‐ und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berichtet, kam es Ende Februar zu einer weiteren explosiven Vermehrung der Heuschrecken. Die Plage könnte sich, vom Roten Meer kommend, im April über ganz Israel verbreiten – und vom 19. bis 27. April wird Pessach gefeiert. Rabbi Natan Slifkin, Direktor des Biblical Museum of Natural History in Bet Schemesch, sieht das Positive: Auf seinem jährlichen »Biblischen Bankett« serviert er auch Heuschrecken – sie sind koscher und gelten vielerorts als Delikatesse.

Drohnen
Indien kauft israelische Drohnen. Wie die Zeitung Yedioth Ahronoth berichtet, hat die indische Luftwaffe beim Flugzeughersteller Israel Aerospace Industries eine Flotte von 50 Heron‐1‐Drohnen im Wert von 500 Millionen US‐Dollar bestellt. Dies ist bereits der zweite derartige Handel zwischen den beiden Ländern. Die Heron‐1, in Militärkreisen unter dem Namen »Shoval« bekannt, wird von der IDF vor allem für Aufklärung und Nachrichtengewinnung eingesetzt. Das Flugzeug hat eine Spannweite von 17 Metern und kann fast zwei Tage lang in einer Höhe von bis zu 35.000 Fuß fliegen, ohne zu landen. Drohnen vom Typ Heron‐1 wurden bereits an Frankreich und die Türkei verkauft sowie an Deutschland, Kanada und Australien vermietet. Es soll angeblich auch Verkäufe nach Singapur und Aserbaidschan gegeben haben. Marokko hat Drohnen dieses Typs über Frankreich erworben, da es selbst keine Beziehungen zu Israel unterhält.

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