Gaza

IDF befehlen Evakuierung von Teilen der Stadt Khan Younis

In Deir al-Balah warten Kinder auf eine Süßigkeitenverteilung. Der Osten der Stadt muss wegen Terroraktivitäten evakuiert werden. Foto: picture alliance / Anadolu

Die israelischen Streitkräfte (IDF) beabsichtigen erneut, gegen den palästinensischen Terror in der Stadt Khan Younis im südlichen Gazastreifen und in der Ortschaft Deir al-Balah in der Mitte des Küstenstreifens vorzugehen, wie aus israelischen Medienberichten hervorgeht.

Eine von den IDF eingerichtete, humanitäre Zone für Zivilisten wurde zeitweilig verkleinert, um die Bewohner zu schützen. Israels Armee warf arabischsprachige Flugblätter mit der Anordnung aus Flugzeugen ab, verschickte SMS-Nachrichten, strahlte Nachrichten über elektronische Medien aus und tätigte Anrufe, um die Bewohner der betroffenen Städte erreichen und warnen zu können.

Die Anordnung zur Evakuierung betrifft Zivilisten im Norden von Khan Younis und im Osten von Deir al-Balah.

Verlegte Terror-Infrastruktur

»Aufgrund von Terrorakten, einem Missbrauch der humanitären Zone für terroristischer Aktivität und den Abschuss von Raketen aus dem Norden von Khan Younis in Richtung Israel ist es gefährlich geworden, in der Gegend zu bleiben«, hieß es von den Streitkräften, die die Bewohner auf diese Weise schützen wollen.

Die »Times of Israel« schreiben, das Militär habe »präzise Geheimdienstinformationen« erhalten, denen zufolge die Hamas Terror-Infrastruktur in die humanitäre Zone verlegt hat.

Laut IDF ist die Evakuierung temporär. Sie gelte, solange das Militär mit Gewalt gegen palästinensische Terrororganisationen in den benannten Gegenden vorgehen müsse. Während die Streitkräfte bereits mehrfach gegen Terroristen in Khan Younis vorgingen, war dies in Deir al-Balah bisher eher nicht der Fall.

Krankenhäuser in den Abschnitten, in denen die Evakuierungsorder gilt, sind von der Anordnung ausgenommen. im

Susanne Stephan

Kommentar

Eines demokratischen Staates unwürdig

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026