Berlin/Jerusalem

Hunger-Streit zwischen Baerbock und Netanjahu

Außenministerin Annalena Baerbock und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor ihrem Gespräch am Mittwoch Foto: picture alliance/dpa

Bei Annalena Baerbocks (Grüne) Besuch in Israel soll es zu einem Streit zwischen der Außenministerin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gekommen sein. Wie »Bild« berichtet, ging es bei dem Treffen am Mittwoch um Aufnahmen aus dem Gazastreifen, die volle Lebensmittelmärkte und am Strand badende Palästinenser zeigen.

Außenministerin Baerbock erklärte Netanjahu, dass die Menschen im Gazastreifen weiterhin Hunger leiden würden. Netanjahu soll dies abgestritten haben. Israel würde die Versorgung mit humanitären ununterbrochen überwachen. Dann verwies er auf die Bilder von vollen Lebensmittelmärkten und badenden Palästinensern.

Außenministerin Baerbock soll darauf entgegnet haben, dass diese Bilder nicht die Realität im Gazastreifen zeigen würden und Netanjahu sie deshalb auch nicht verbreiten solle.

Dann sei Netanjahu ungewohnt deutlich geworden. »Wir sind nicht wie die Nazis«, soll er »Bild« zufolge der Außenministerin entgegnet haben. Die hätten anhand gestellter Bilder die Realität verzerrt. Offenbar eine Anspielung auf Propaganda-Bilder, etwa aus dem KZ Theresienstadt, die fröhlich Fußball spielende Häftlinge zeigen, obwohl dort Hunger, Folter und Tod herrschten.

Die Außenministerin habe den Ministerpräsidenten gefragt, ob er damit sagen wolle, dass internationale Medien und die Ärzte im Gazastreifen lügen würden.

Auswärtiges Amt nennt Berichte über Streit »irreführend«

Das Auswärtige Amt hat die Berichte über den Streit als irreführend bezeichnet. Kernpunkte der Darstellung des einstündigen Treffens der beiden seien falsch, schrieb das Auswärtige Amt am Freitag auf der Plattform X (vormals Twitter). Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, äußerte sich ebenso.

Baerbock hatte bei ihrem siebten Israel-Besuch am Mittwoch unter anderem Netanjahu und Staatspräsident Izchak Herzog getroffen. ja/dpa

Krieg

Hisbollah feuert rund 150 Raketen auf Nordisrael

Israel bereitet sich Berichten zufolge auf noch heftigere Angriffe in der Nacht vor

 11.03.2026

Israel

Nachrichten aus Israel: Libanon, Opfer, Kriegsende, Charedim

Meldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo, Sabine Brandes  11.03.2026

Knesset

Umstrittenes Armeegesetz für Ultraorthodoxe auf Eis

Zunächst müsse in Kriegszeiten der Staatshaushalt verabschiedet werden, erklärte der israelische Premier Netanjahu

von Sabine Brandes  11.03.2026

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs – und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026

Tel Aviv

Israel Katz: Krieg nicht zeitlich begrenzt

Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs erteilt der Verteidigungsminister eine Absage. Man werde so lange weiter angreifen, bis alle Ziele erreicht seien

 11.03.2026

Jerusalem

Justizgutachten zu Netanjahus Gnadengesuch fertig

Präsident Herzog muss über den Antrag entscheiden. Ein Termin steht bisher nicht fest

 11.03.2026

Madrid

Spanien beruft seine Botschafterin in Israel ab

Die Sánchez-Regierung zieht Konsequenzen im Streit mit Israel: Die Botschafterin wird abberufen. Wie es dazu kam und welche politischen Konflikte dahinterstehen

 11.03.2026

Nahost

Israel verlegt Truppen von Gaza an Grenze zum Libanon

Nach Raketenangriffen der Hisbollah wird Israels Nordgrenze mit der Golani-Brigade verstärkt. In Beirut wächst die Sorge vor einer größeren Bodenoffensive

 11.03.2026

Interview

»Diese Geschosse sind grausam«

Nahostexperte Eyal Zisser über Irans Einsatz von Streubomben gegen Zivilisten und deren internationale Ächtung

von Sabine Brandes  11.03.2026