Israel

Home-Run auf Hebräisch

Strike! Baseball soll in Israel aufschlagen. Foto: Reuters

Drei Jahre hat es gedauert, nun traut sich wieder einmal eine Gruppe amerikanischer Geschäftsleute, Profibaseball in Israel auferstehen zu lassen. Eine eigene israelische Liga soll gegründet werden, so wie es 2007 schon einmal die IBL gab, die Israel Baseball League. Dazu noch neue Stadien, das erste in Jerusalem unmittelbar neben dem Teddy-Fußballstadion. Auch in Netanya, das sich gerne Sportstadt nennt, soll eine Baseballarena entstehen.

politik Zu den wagemutigen Investoren gehört einer der Besitzer der New York Yankees, des reichsten Baseballklubs der Welt. Auch Jeffrey Rosen, US-Milliardär und Besitzer des Basketballclubs Maccabi Haifa, ist mit im Boot. Silvan Shalom, Minister für Regionalentwicklung, und Nir Barkat, der Bürgermeister Jerusalems, haben schon politische Unterstützung versprochen.

Dass in Israel bislang die Leidenschaften bei Fußball und Basketball hochkochen, nicht aber beim Baseball, stört die Investoren nicht. Und auch der Umstand, dass es weltweit außerhalb der USA und Kanada nur fünf Profiligen gibt – Dominikanische Republik, Japan, Nicaragua, Südkorea und Taiwan – schreckt niemanden.

blue sox 2007, beim ersten Versuch einer IBL, waren Teams mit Namen wie Bet Shemesh Blue Sox, Modi’in Miracle oder Tel Aviv Lightning aufgelaufen. Eine Saison hielt die IBL durch, doch alle PR-Versuche scheiterten: etwa eigene israelische Regeln wie ein »Home Run Derby« nach dem siebten Inning, oder die Behauptung, in der Bibel fänden sich an etwa 50 Sellen Erwähnungen eines baseballähnlichen Spiels. Die Besucherzahlen blieben mickrig.

Mit mäßigem Erfolg in den USA und ohne Erfolg in Israel ist ein Dokumentarfilm, Holy Land Hardball, angelaufen, der die IBL-Pioniere 2007 begleitet hat. Ob es dieser Film war, die aktuelle Baseball-Begeisterung ob der World Series, die in dieser Woche die San Francisco Giants gewannen oder der Glaube jüdischer Amerikaner, ihre zwei großen Leidenschaften, Baseball und Israel, müssten doch partout zusammenzubringen sein, lässt sich schwer sagen. Allzuviele Israelis jedenfalls, die an einen Erfolg der neuen IBL glauben, finden sich nicht.

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Oppositionspoker: Lapid will Eisenkot ins Team holen, Gantz kritisiert Bündnis

Das Bündnis »Gemeinsam« will mehr Parteien ins Boot holen, um die Chancen für einen Sieg gegen Benjamin Netanjahus Likud zu erhöhen

 29.04.2026

Aschkelon

Charedi-Extremisten stürmen Haus des Chefs der Militärpolizei

Gegner der Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe haben die Familie des IDF-Offiziers bedroht. Eine gefährliche »rote Linie« sei überschritten, sagt die Armee

 29.04.2026

Jerusalem

Haben die Raketenlieferungen nach Deutschland Israel gefährdet?

In Israel ist eine Diskussion über die Frage entbrannt, ob es richtig war, inmitten iranischer Raketenangriffe Arrow-Abfangraketen zu exportieren

 29.04.2026

Israel

Herzog setzt sich für Deal in Netanjahu-Prozess ein

US-Präsident Trump drängt darauf, dass der in einem Korruptionsverfahren angeklagte israelische Regierungschef Netanjahu begnadigt wird. Israels Präsident Herzog strebt eine Einigung an.

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026