Israel

Historisches Wasser-Abkommen

Vom Austrocknen bedroht: das Tote Meer Foto: dpa

Ein Abkommen über den Bau der lange geplanten Wasser-Pipeline zwischen dem Roten und dem Toten Meer soll am Montag in den Räumen der Weltbank in Washington unterzeichnet werden. Wie die israelische Online-Zeitung Ynet berichtete, soll die Pipeline Israelis, Jordanier und Palästinenser im Westjordanland mit entsalztem Wasser versorgen.

Durch die gemeinsame Wasseraufbereitungsanlage am Roten Meer soll auch das Austrocknen des Toten Meeres verlangsamt werden. Die Pipeline, auch »Zwei-Meere-Kanal« genannt, sowie die Entsalzungsfabrik sollen innerhalb von vier bis fünf Jahren fertiggestellt werden.

Wasserminister Israels Energieminister Silvan Schalom, der laut dem Bericht zusammen mit dem jordanischen und dem palästinensischen Wasserminister das Abkommen unterzeichnen will, bezeichnete den Vertrag bereits als »historisch«.

Laut Ynet sollen in Zukunft jährlich 200 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Roten Meer vor Ort aufbereitet oder nach Norden weitergepumpt werden. 80 Millionen Kubikmeter sollen in einer speziellen Entsalzungsanlage in der jordanischen Stadt Akaba am Toten Meer als Trinkwasser aufbereitet werden – und Israel sowie dem südlichen Teil Jordaniens zur Verfügung stehen.

Weitere 80 Millionen Kubikmeter sind den zentralen Regionen Jordaniens zugedacht, ein Teil davon soll aus dem See Genezareth kommen. Zusätzlich sollen 30 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem See Genezareth zu Palästinensern im Westjordanland fließen. Einer Forderung der Palästinenser nach einem Zugang zum Nordufer des Toten Meeres sei nicht entsprochen worden, schrieb Ynet. ja

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Tourismusbranche

Trotz anhaltender Konflikte: Israel wirbt wieder verstärkt um Touristen

Eine Werbeoffensive in Nordamerika soll ausländische Urlauber zurückholen

 29.05.2026

Spendensammlung

Nova-Massaker: Gedenkstätte bei Re’im bittet um Spenden für Fertigstellung

Täglich kommen Tausende Menschen zu der provisorischen Anlage nahe der Gaza-Grenze. Der Gedenkort für 378 von Terroristen ermordete Menschen soll nun ausgebaut werden

 29.05.2026

Jordantal

Netanjahu: Israel wird 70 Prozent des Gazastreifens kontrollieren

Auch bestätigt der Ministerpräsident erstmals öffentlich, israelische Bodentruppen hätten während der jüngsten Operationen im Südlibanon den Litani-Fluss überschritten

 29.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Gesellschaft

Charedische Wehrdienstverweigerer erstmals festgenommen

Ultraorthodoxe Regierungspolitiker rufen zum Boykott der Polizei auf, nachdem die Behörden härter gegen Wehrdienstverweigerer vorgehen

von Sabine Brandes  28.05.2026

Ungelöster Fall

Wo ist die kleine Haymanut?

Mehr als zwei Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens schaltet sich der Schin Bet ein – begleitet von wachsendem Druck auf Polizei und Regierung.

von Sabine Brandes  28.05.2026

New York/Jerusalem

Israel kritisiert Aufnahme in UN-Bericht zu sexueller Gewalt

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon sagt, der Eintrag stelle »einen moralischer Skandal und einen vollständigen Zusammenbruch jeglicher Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen« dar

 28.05.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher stoppen Alterungsprozess

Wissenschaftlern der Bar-Ilan-Universität gelingt es, zentrale Alterungsprozesse in Mäuselebern rückgängig zu machen. Ziel der Forschung ist es, gesundes Altern zu fördern

 28.05.2026