Terror

Hisbollah feuert 200 Raketen auf Israel

Der massive Raketenbeschuss setzte Teile des Nordens in Brand Foto: Flash 90

Die Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon eskaliert weiter. Am Donnerstagmorgen, dem 272. Tag des Krieges zwischen Israel und der Hamas, schrillten die Alarmsysteme in der gesamten nördlichen Region zwei Stunden lang nahezu pausenlos. Bis zum Mittag, gab die Schiitenmiliz Hisbollah selbst an, habe sie 200 Raketen und 20 Drohnen gen Israel gefeuert.

Einen Tag zuvor war der Kommandeur der Aziz-Regionaldivision der Hisbollah, Muhammad Neamah Nasser, bei einem israelischen Luftangriff getötet worden, wie die IDF später bestätigte. Ein Hisbollah-Vertreter sagte dem in Katar angesiedelten Nachrichtensender Al Jazeera, es sei der größte Einzelangriff der Gruppe auf Israel seit Kriegsbeginn am 7. Oktober gewesen.

Hisbollah begann am 7. Oktober mit dem Angriff gegen Israel

Die Hisbollah, vom iranischen Regime unterstützt, hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend militärisch an der Grenze zu Israel positioniert und unmittelbar nach dem blutigen Angriff der Hamas am 7. Oktober aus israelische südliche Gemeinden begonnen, »aus Solidarität mit der Hamas« Israel anzugreifen.

In der ersten Salve vom Donnerstag wurden etwa 15 Raketen auf Obergaliläa abgefeuert, von denen die meisten in unbewohnten Gebieten einschlugen und einige von Luftabwehrsystemen abgefangen wurden. In den folgenden Stunden dann griff die Terrororganisation den Norden Israels fast ohne Unterlass an. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David seien zwei Menschen in Israel durch Angriffe verletzt worden.

Das mit der Hisbollah verbundene Netzwerk Al Manar berichtete, dass ein Dorf im Südlibanon von israelischem Artilleriefeuer getroffen worden sei.

In mehreren Ortschaften in Westgaliläa, unter anderem in Rosch Hanikra, Kfar Blum und Nahariya, wurden Sirenen aktiviert, die auf das mutmaßliche Eindringen feindlicher Flugzeuge hinwiesen. Wahrscheinlich warnten sie damit vor den Hisbollah-Drohnen. In Akko wurde das Dach eines Einkaufszentrums beschädigt, als ein Granatsplitter nach einem Abfangmanöver einer Rakete herabstürzte.

Buschbrände durch Raketeneinschläge

Die Angriffe entzündeten Berichten in israelischen Medien zufolge auch mehrere Brände, Teams von Feuerwehren in der Gegend würden derzeit versuchen, sie unter Kontrolle zu bringen. Nach Angaben des Jüdischen Nationalfonds brachen unter anderem in Hativa Sheva auf den Golanhöhen, Nahal Kadesh und Dishon im Hula-Tal, Kafr Kanna in Untergaliläa und in der Nähe des Grabes von Rabbi Yonatan Ben Uziel in Obergaliläa Feuer aus.

Am Mittag bestätigte die israelische Armee, dass es 200 Hisbollah-Raketen und 20 Drohnen waren, die auf Israel geschossen worden seien. Eine bestimmte Anzahl sei von der Luftabwehr und von Kampfjets abgeschossen worden. Außerdem erklärte die IDF, dass sie nach dem massiven Raketenbeschuss eine Welle von Luftangriffen im Südlibanon durchführe. Bislang seien dabei mehrere Raketenwerfer der Hisbollah getroffen worden, hieß es weiter.

In den vergangenen Tagen steigt die Sorge, dass die Kämpfe an der nördlichen Grenze sich zu einem umfassenden Krieg ausweiten können. Vor allem die USA und Frankreich versuchen zu vermitteln und einen Krieg auf diplomatische Weise noch zu verhindern.

Gadi Eisenkot spricht an einem Rednerpult vor einer israelischen Flagge

Israel

Eisenkot will Israel aus der Krise führen

Nach dem Auftrag zur Regierungsbildung ruft der frühere Generalstabschef zu einer Notstandsregierung auf und streckt allen Parteien die Hand aus

 08.11.2026

Kuscheltiere und Puppen auf dem Rabin-Platz, eine Puppe ist mit einem Seil gefesselt

Ariel

Kinderkrippe des Grauens

Drei Betreuerinnen wird systematische Gewalt an Babys und Kleinkindern vorgeworfen. Die Polizei spricht von einem der schwerwiegendsten Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre

von Sabine Brandes  08.11.2026

Krieg gegen den Iran

Die Mullahs schossen Raketen – Bat Yam schickt die Rechnung

Die israelische Stadt will Schadensersatz in Millionenhöhe von Teheran. Für die Zustellung der Klage musste der Bürgermeister einen iranischen Vertreter durch die Straßen von Manhattan verfolgen

von Sabine Brandes  08.11.2026

Israels Präsident Izchak Herzog

Nach der Parlamentswahl

Israels Präsident beauftragt Eisenkot mit Regierungsbildung

Dem Oppositionspolitiker Eisenkot fehlen 13 Mandate für eine eigene Regierungsmehrheit. Arabische oder ultraorthodoxe Parteien könnten ihm helfen. Doch beide Optionen bergen großes Konfliktpotenzial

 08.11.2026 Aktualisiert

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026