Diplomatie

Herzog: Beziehungen zu Deutschland lassen auf Nahost-Frieden hoffen

Israels Präsident Isaac Herzog Foto: copyright (c) Flash90 2024

Israels Präsident Isaac Herzog schöpft aus der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Deutschland vor 60 Jahren Hoffnung für einen Frieden in Nahost heute. »Wenn nach der dunkelsten Zeit der Geschichte, nach den schlimmsten Gräueltaten der Nazis an den Juden im Zweiten Weltkrieg heute 60 Jahre diplomatische Beziehungen mit Deutschland gefeiert werden können, dann gibt mir das Hoffnung, dass wir vom Frieden mit den Palästinensern träumen können«, sagte Herzog der »Welt«. 

Der israelische Staatspräsident wird an diesem Montag in Berlin erwartet – auf den Tag genau 60 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Am Dienstag und Mittwoch wird dann Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Israel besuchen.

Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, betonte in diesem Zusammenhang: »Gerade in diesen Zeiten ist es entscheidend, das Fundament der deutsch-israelischen Freundschaft zu stärken. In diesem Zeichen steht der Doppelbesuch von Israels Präsident Isaac Herzog und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in dieser Woche.« Man blicke dabei auch zurück auf 60 Jahre gemeinsame deutsch-israelische Geschichte; aus dieser Geschichte erwachse ein Vertrauen in die Zukunft.

Herzog wird in Berlin auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz zusammentreffen. Über ihn sagte er im Interview: »Er wird in Israel als enger Freund und sehr positiv gesehen, und ich bin mir sicher, dass er auf internationaler Ebene einen großen Einfluss haben wird.« 

Zur soeben von Merz geäußerten Besorgnis über die humanitäre Not in Gaza sagte Herzog: »Ich empfehle jedem, der darüber spricht, sich eingehend mit den Fakten zu befassen.« Bei diesem Thema gebe es viele »Fake News und falsche Behauptungen«. Denn: »Die Hamas führt einen großen psychologischen Krieg an vielen Fronten, um ein verzerrtes Bild zu erzeugen, um Regierungen dazu zu bringen, Druck auf Israel auszuüben.«

Herzog empfahl der Bundesregierung, falls nötig Experten zu entsenden, um die Situation eingehend zu untersuchen. dpa/ja

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