Sturm in Israel

Heftiger Regen und Schneefall

Schnee in den Golanhöhen Foto: Flash 90

Ganz Israel wurde am Mittwochmorgen von dem seit Tagen angekündigten Wintersturm geweckt. Als die Menschen aus ihren Fenstern schauten, sahen sie entweder heftige Regengüsse aus dunkelgrau verhangenem Himmel herabprasseln oder Schneeflocken, die vor ihren Scheiben tanzten. In diesen Stunden zieht das Unwetter über das Land.

Im Zentrum des Landes knickten Dutzende Bäume um und versperrten zeitweise Straßen und Fußwege. Ein großer Teil der Ampeln in Tel Aviv und den Vororten fiel durch die extremen Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern in der Stunde aus.

pfützen Der Verkehr kam nur schleppend voran, zumal zentimetertiefe Pfützen die Straßen in einen regelrechten Hindernisparcours verwandelten. In Netanja kippte ein tonnenschweres Werbeschild auf eine Straße und zerbarst in 1000 Stücke, verletzte jedoch glücklicherweise niemanden.

Auch das Mittelmeer tobte ob der starken Winde. Spaziergänger auf der Promenade in Tel Aviv bestaunten dick eingepackt in Regenmäntel und Gummistiefel eindrucksvolle Wellen von über fünf Metern Höhe – eine absolute Seltenheit in dem kleinen Nahoststaat.

Jerusalem sah in den Morgenstunden bereits zarte Flocken von oben herabsegeln, die allerdings zunächst noch nicht liegen blieben. Doch Wettervorhersagen gehen davon aus, dass bis zu 30 Zentimeter Schnee fallen könnten.

Bürgermeister Nir Barkat meinte, man habe definitiv aus der Lektion des letzten Jahres gelernt, als ein tagelanger Schneesturm die Stadt fast komplett lahmgelegt hatte. »Wir sind mit einer anderen Strategie an die aufkommende Wetterlage herangegangen und haben alles gründlich vorbereitet. Wir sehen jetzt, dass es funktioniert.«

Sicherheitskräfte Tatsächlich wurde die Schnellstraße Nummer eins, die aus dem Zentrum in die Hauptstadt führt, bereits nach den ersten Schneeflocken um zehn Uhr morgens von der Polizei gesperrt. Die Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass weitere Straßen folgen und die Stadt damit noch am Mittwoch komplett abgeriegelt werde. Durch diese Maßnahme soll vor allem das Risiko von chaotischen Verkehrsverhältnissen mit schweren Unfällen vermieden werden, erklärten die Behörden.

In der Kleinstadt Safed waren bereits in der Nacht sämtliche Zufahrtstraßen dicht. Nichts ging mehr in dem kleinen Ort in Obergaliläa. Nach Angaben der dortigen Verwaltung waren die Schneefälle derart heftig, dass innerhalb kürzester Zeit Zentimeter der weißen Pracht liegen blieben und die Straßen zu Rutschbahnen werden ließen. Die Armee hilft bei der Räumung. Bürgermeister Ilan Schochat riet den Bewohnern, in ihren Häusern zu bleiben, und warnte vor Stromausfällen.

Golanhöhen Ein ähnliches Bild zeigte sich auch im Nordosten des Landes: Motti Cohen, ein Landwirt aus den Golanhöhen, sagte dem Radiosender Galgalatz: »Es schneit pausenlos. Wir befinden uns hier in Israel, doch im Moment sieht es aus wie in einem schweizerischen Dorf – und so fühlen wir uns auch.«

Die Schulkinder freuten sich unbändig, dass die Straßen vielerorts über Nacht zu einem riesigen winterlichen Spielplatz wurden. Zumal im gesamten Norden sowie in Jerusalem und in Gusch Etzion vorsorglich vom Bildungsministerium schulfrei verkündet wurde. Deshalb heißt es jetzt zwei Tage lang für viele israelische Jungs und Mädchen statt Schulbank drücken und Mathe pauken: Schneeballschlacht und Rodelfahrt.

Washington D.C.

Demokraten drängen Trump zu Klarheit über Israels Atomprogramm

In einem Schreiben an Außenminister Marco Rubio verlangen mehr als zwei Dutzend Parlamentarier detaillierte Informationen über das Programm

 06.05.2026

Bildung

Israelische Hochschulen unter den weltweit besten Gründer-Schmieden

Zwei Universitäten im jüdischen Staat schaffen es in die Top 10

 06.05.2026

Mount Asahi

Israelin stirbt bei Bergtour in Japan

Auf dem Mount Asahi wurden die sterblichen Überreste von Tevel Shabtai von einem israelischen Rettungsteam gefunden

 06.05.2026

Nahost

Rubio: »Die Operation Gewaltiger Zorn ist abgeschlossen«

»Jetzt widmen wir uns dem Projekt Freiheit«, betont der amerikanische Außenminister

 05.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  05.05.2026

Berlin

Deutschland und Israel demonstrieren Einigkeit in Iran-Frage

Die Außenminister Deutschlands und Israels zeigen einen engen Schulterschluss gegen den Iran - reden aber auch kritisch miteinander

von Ulrich Steinkohl  05.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  05.05.2026 Aktualisiert

Israel

Bnei Menasche in Israel gelandet

Insgesamt sollen rund 6000 Inder Alija machen

von Sabine Brandes  05.05.2026

USA

Antisemitische Empörungswelle gegen Sesamstraße

Nach einem Post zum Monat des jüdisch-amerikanischen Erbes überschlagen sich die hasserfüllten Kommentare

von Sabine Brandes  05.05.2026