Geiseln

Hamas veröffentlicht Video von Nadav Popplewell

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Geiseln

Hamas veröffentlicht Video von Nadav Popplewell

Der 51-Jährige wurde am 7. Oktober mit seiner Mutter entführt

 13.05.2024 15:22 Uhr

Am Samstag haben die Terroristen der Hamas ein neues Geisel-Video veröffentlicht. In dem nur zehn Sekunden langen Clip gibt Nadav Popplewell ein Lebenszeichen von sich, sagt kaum mehr als seinen Namen, bevor das Video abbricht. Die Qualen der Geiselhaft sind dennoch deutlich zu sehen: Popplewells Gesicht ist eingefallen, sein rechtes Auge ist blau und stark geschwollen.

Der 51-Jährige wurde am 7. Oktober von der Hamas zusammen mit seiner Mutter Channah Peri (79) aus dem Kibbuz Nirim entführt. Sie wurde am 24. November im Rahmen eines Geiseldeals freigelassen. Sein älterer Bruder Roi (54) überlebte die Massaker nicht. Er wurde von den Terroristen hinter seinem Haus erschossen.

Das Forum für Geiseln und vermisste Familien teilte nach der Veröffentlichung des Videos mit, dass »jedes Lebenszeichen von den Geiseln der Hamas ein Schrei der Verzweiflung in Richtung der israelischen Regierung« sei.

Die Hamas missbraucht immer wieder Geiseln für ihre psychologische Kriegsführung. In den vergangenen Wochen veröffentlichte sie bereits Videos mit Entführten, um Druck auf die israelische Regierung auszuüben, mit der sie über einen Geiseldeal verhandelt.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des jüngsten Videos dürfte auch nicht zufällig gewählt sein. Seit Sonntagabend begeht Israel den Jom Hasikaron, den Tag der Erinnerung an die Gefallenen der Feldzüge Israels und Opfer von Akten des Hasses. Es ist der schwerste Gedenktag in der Geschichte des Landes und das Video dürfte die Debatte um einen Geiseldeal weiter anheizen. Zeitgleich setzt das israelische Militär seine Offensive gegen die Hamas in der Grenzstadt Rafah fort.

Die Terroristen verschleppten am 7. Oktober 252 Menschen in den Gazastreifen. Noch immer werden 128 von ihnen gefangen gehalten. Nicht alle von ihnen leben noch. Es ist das erklärte Kriegsziel der israelischen Regierung die Hamas zu zerschlagen und die Geiseln nach Hause zu bringen. ja

Israel

Feiern zu Lag BaOmer am Berg Meron eingeschränkt

An Lag BaOmer gedenken Juden des Aufstands gegen Rom. Zehntausende pilgern traditionell zum Berg Meron in Nordisrael. Kriegsbedingt dürfen dieses Jahr nur 600 kommen – doch Tausende umgehen die Sperren

 05.05.2026

Tel Aviv

Jonathan Pollard will in die Politik

Der frühere Spion sagt, Israel brauche eine neue politische Richtung und eine entschlossenere Führung

 05.05.2026

Teheran

US-Geheimdienste: Irans Atomprogramm wurde kaum gebremst

Offenbar bleibt das Teheraner Regime weiterhin nur ein Jahr davon entfernt, eine Nuklearwaffe herstellen zu können. Diese Bewertung galt bereits nach den Militärschlägen im Sommer 2025

 05.05.2026

Nahost

Bennett sieht Angriffe auf Emirate als Kriegserklärung Irans

Der israelische Oppositionspolitiker Bennett bewertet die Angriffe des Iran auf die Emirate als Wiederaufnahme des Kriegs. Die Anweisungen des Zivilschutzes in Israel bleiben vorerst unverändert

 04.05.2026

Kommentar

Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann?

Ein Mann wollte in Zürich eine Synagoge in Brand stecken. Der Täter gestand die Attacke. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen

von Nicole Dreyfus  04.05.2026

Wirtschaft

Wenn Stärke teuer wird

Die israelische Währung ist gegenüber dem Dollar so viel wert wie seit 30 Jahren nicht mehr – mit misslichen Folgen für die Start-up- und Hightech-Branche

von Sabine Brandes  04.05.2026

Belu-Simion Fainaru

»Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache«

Der israelische Bildhauer über den Rücktritt der Jury und die Politisierung der Kunstbiennale von Venedig

von Ayala Goldmann  04.05.2026

Gesetz

Balanceakt oder Begnadigung?

Die Generalstaatsanwältin signalisiert Gesprächsbereitschaft für eine Einigung im Prozess von Premier Netanjahu

von Sabine Brandes  04.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  04.05.2026