Paris

Hamas lehnt Vereinbarung mit Israel ab

Auch in Israel wird regelmäßig für eine Freilassung der Geiseln demonstriert. Foto: copyright (c) Flash90 2024

Die Verhandler der palästinensischen Terrororganisation Hamas, die die letzte Waffenruhe mit ihrer Attacke auf Israel am 7. Oktober brach, haben einen zuletzt vorgeschlagenen, temporären Waffenstillstand abgelehnt. Indirekte Verhandlungen unter Vermittlung Katars finden derzeit in Paris statt.

Die diskutierte Vereinbarung enthielt eine Freilassung weiterer Geiseln und eine Aussetzung der Kämpfe in Gaza. Während die unter massivem militärischem Druck stehende Hamas auf einer dauerhaften Waffenruhe und einem Abzug der israelischen Streitkräfte (IDF) aus Gaza bestand, lehnte Israel dies kategorisch ab.

Israel geht davon aus, dass die Geiseln nie oder erst in vielen Jahren freikommen könnten, wenn der militärische Druck auf den palästinensischen Terror entfallen sollte. Auch daher weigert sich der jüdische Staat, seine Armee abzuziehen.

Sowohl die Befreiung der über 100 weiterhin in den Händen der Hamas befindlichen Geiseln als auch eine Zerschlagung der Terrorgruppe zum Schutz der israelischen Bevölkerung sind die zentralen Ziele Israels.

Frauen und Kinder

Auch die Terrorgruppe PFLP, die mit ihrem inzwischen in Deutschland verbotenen Netzwerk Samidoun Spenden sammelte und Terror-Propaganda verbreitete, forderte, Israel müsse seine Offensive in Gaza stoppen und das Gebiet verlassen, bevor ein »Gefangenenaustausch« stattfinden könne.

Normalerweise verhandeln weder die Hamas noch die PFLP mit Israel. Ihr drohender Machtverlust in diesem Krieg, den die Hamas selbst begann, hat dies geändert - zumindest für den Moment.

Der katarische Regierungschef Mohammed Al-Thani erklärte, die Vereinbarung, die er versuche zu erreichen, beinhalte die Freilassung von Frauen und Kindern aus der Geiselhaft, bevor auch Männer nach Hause zurückkehren könnten.

Co-Finanzier der Hamas

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Katar vor einigen Tagen als »problematischen Vermittler« bezeichnet. Das Emirat soll zusammen mit Iran zu den Finanziers der Hamas gehören, während es den aktuellen Krieg offenbar beendet sehen will.

An den Verhandlungen in Paris waren auch CIA-Chef William Burns, Mossad-Chef David Barnea und Schin Bet-Chef Ronen Bar beteiligt - ebenso wie Generalmajor Nitzan Alon von den IDF.

Unklar ist, ob und wie die Gespräche nach der Ablehnung des letzten diskutierten Vorschlages durch die Hamas fortgesetzt werden können. Die Hamas will den militärischen Druck, unter dem sie steht, loswerden, während Israel ihn aufrechterhalten will, um die Geiseln zu befreien. ja

Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich von Israel entschieden ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel mit einem Apartheid-System verglichen. Merz widerspricht sehr deutlich

 18.06.2026

Washington

US-Vize Vance verbittet sich israelische Kritik an Trump

Aus der israelischen Regierung wird Kritik laut – nicht nur am Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, sondern auch an Präsident Trump. Dessen Vize kann mit damit allerdings gar nichts anfangen

 18.06.2026

BDS

Boykottversuch gegen israelische Stadtbahn gescheitert

Eine spanische Gewerkschaft fordert von der Firma CAF, die Arbeiten an den Tel Aviver Wagen einzustellen. Doch die weigert sich standhaft

von Sabine Brandes  18.06.2026

Pride

»Wir verstecken uns nicht mehr«

In Tel Aviv erlebt die LGBTQ+-Szene Akzeptanz und Freiheit. Doch bis dahin war es ein langer Weg

von Sabine Brandes  18.06.2026

Libanon

Bericht: Israel führt »hartnäckige« Verhandlungen mit USA

Während Trump das Rahmenabkommen unterzeichnet, gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Aus israelischen Kreisen heißt es, man werde nicht nicht von der Positionen abrücken, Truppen in der »Pufferzone« südlich des Litani-Flusses zu halten

von Sabine Brandes  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026