Trump-Besuch

Große Worte, wenig Gewicht

Demonstrierten Einigkeit: US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Es war die Ansprache, auf die alle gewartet hatten – Israelis und Palästinenser gleichermaßen. Wird US-Präsident Donald Trump konkret? Hat er einen Plan, wie der »ultimative Friedensdeal«, den er so vehement angekündigt hat, aussehen könnte? Doch Trump blieb auch bei dieser zentralen Rede am Dienstagnachmittag eher vage.

Es waren die wohl zionistischsten Worte, die ein amerikanischer Präsident jemals vor Publikum gesprochen hat. Vor israelischen Regierungsmitgliedern, dem US-Außenminister Rex Tillerson sowie Freunden, darunter der amerikanische Kasino-Magnat Sheldon Adelson, sprach Trump ausführlich von der Schönheit und Besonderheit Israels und Jerusalems und lobte die Errungenschaften, die »bedeutend für die Region und die ganze Welt« seien. Auch betonte er die besondere Verbundenheit der Juden mit diesem Land: »Sie ist historisch und ewig.« An der Kotel habe er Gott um Weisheit gebeten, ließ er wissen.

initiative Während der zweitägigen Visite in Israel und den Palästinensergebieten hatte Trump wiederholt eine »regionale Initiative« erwähnt. Die einzig konkrete, die es derzeit gibt, ist der saudische Friedensvorschlag. Zwar hat es keine offizielle Ablehnung dieser Initiative gegeben, doch ist sie nie von der rechtsgerichteten Regierung in Jerusalem akzeptiert worden. Aber auch sie erwähnte der US-Präsident nicht.

Stattdessen versicherte er: »Meine Regierung steht mit Israel« und fügte nach tosendem Beifall hinzu: »Der Iran wird keine Atomwaffen haben – nicht mit Donald J. Trump!« Die Zuhörer samt Premierminister waren begeistert, Netanjahu zeigte seinem Gast die geballte Faust als Zeichen seiner Zustimmung. Dann betonte Trump, es müsse ein Ende haben, dass israelische Kinder vor den Bomben der Hamas und Hisbollah in Schutzbunker fliehen müssten.

»Die Palästinenser sind bereit für den Frieden, und mein guter Freund Benjamin in Israel ist es auch. Meine Regierung wird beide Seiten dabei unterstützen, damit die Kinder hier eine sichere Zukunft haben und die Region sich so viel besser entwickeln kann, als sie es jetzt tut. Dazu braucht es Bestimmtheit und einen Kompromiss.« Wie dieser aussehen könne, ließ Trump offen. »Der Wandel muss von innen kommen und kann nur von innen kommen.« Das Wort »Zweistaatenlösung« fiel nicht. Netanjahu dürfte die Rede schon allein deshalb sehr gefallen haben. Dem Präsidenten der Palästinenser, Mahmud Abbas, indes wohl weniger.

Jerusalem

Werden die Wahlen in Israel vorgezogen?

Likud-Ministerin Gila Gamliel schlägt im Radio Ende Juni oder Anfang Juli als Tag vor

von Sabine Brandes  05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Nahost

Das falsche Pferd im Libanon

Geschwächt und unter Druck im eigenen Land versucht die schiitische Terrormiliz Hisbollah, sich vom Iran zu distanzieren

von Sabine Brandes  05.03.2026

Nahost

Neuer Raketenangriff Irans auf Israel - Sirenen in Tel Aviv

Das Teheraner Regime greift den jüdischen Staat weiterhin an. Ein Passagierflugzeug musste laut einem Medienbericht den Landeanflug abbrechen, als Raketen ankamen

 05.03.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Krieg gegen Iran

Selbst im linken Lager liegt die Zustimmung noch bei 76 Prozent. Unter israelischen Arabern ist die Zustimmung weitaus geringer

 05.03.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  05.03.2026 Aktualisiert

Interview

»Es ist ein gerechter Krieg«

Oppositionsführer Yair Lapid unterstützt die Präventivschläge Israels und der USA gegen den Iran

von Sabine Brandes  05.03.2026

USA

»Amerika gewinnt: entschlossen, verheerend und ohne Gnade«

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass die USA sich alle nötige Zeit nehmen würden, um den Krieg zu gewinnen

 05.03.2026