Israel

Grab als frühester Beleg für Feuerbestattung

Bei Ausgrabungen am Kibbutz Ramat Rachel wurden bereits viele archäologische Sensationen gefunden. Foto: Copyright (c) Flash 90 2020

Ein in Jerusalem gefundenes Höhlengrab aus dem späten 4. bis frühen 3. Jahrhundert vor Christus ist der bisher früheste Nachweis einer Feuerbestattung in hellenistischer Zeit im heutigen Israel. Das Grab mit sterblichen Überresten einer Frau, Eisennägeln sowie einem bronzenen Kastenspiegel als Grabbeigabe sei ein »seltenes Zeugnis der hellenistischen Periode in der Region Jerusalem«, heißt es in einer Mitteilung der Universität Tel Aviv und der israelischen Antikenbehörde von Mittwoch.

Gefunden wurde die Grabhöhle unweit des Kibbutz Ramat Rachel am südlichen Stadtrand von Jerusalem. Die Lage des Grabs auf dem Höhenweg nach Jerusalem, weit entfernt von jeder Stätte oder Siedlung der damaligen Zeit, erweckte nach Angaben der Forscher besonderes Interesse. Bei den Knochen handelt es sich laut einem Spezialisten der Antikenbehörde sehr wahrscheinlich um die sterblichen Überreste einer Frau griechischer Herkunft, die einen hohen Beamten der Armee und der hellenistischen Regierung auf seiner Reise durch das Land Israel begleitete.

Klappbarer Bronzespiegel Darauf deuten nach Angaben der Forscher sowohl die in der griechischen Welt bekannte Feuerbestattung, der Fund von Eisennägeln in der Bestattung sowie die Grabbeigabe eines Spiegels. Dabei handele es sich um einen seltenen Typ eines klappbaren Bronzespiegels in perfektem Erhaltungszustand. Insgesamt seien weltweit 63 Spiegel dieses Typs in der hellenistischen Welt bekannt. Es sei der zweite solche Fund in Israel.

Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei der Frau um eine Hetäre, eine sozial anerkannte Prostituierte, handelt. Der Spiegel als teurer Luxusartikel sei in der Regel Teil der Mitgift vor einer Hochzeit oder das Geschenk eines Mannes an seine Hetäre. Jedoch hätten verheiratete Frauen selten ihre griechische Heimat verlassen und noch seltener ihre Männer auf Kriegszügen begleitet, hieß es.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung dieses Fundes sollen laut Mitteilung am 11. und 12. Oktober bei einer Fachkonferenz vorgestellt werden. kna

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Wehrdienst oder Gefängnis: Armee stellt Chabad-Studenten vor die Wahl

Am Ben-Gurion-Flughafen wurden Dutzende Männer aus der Chabad-Lubawitsch-Bewegung festgenommen, als sie aus New York zurückkehrten

 20.10.2026

Tel Aviv

Gloria Gaynor tritt in Israel auf

Nur wenige ausländische Musiker kommen derzeit nach Israel. Die »Queen of Disco« ist eine von ihnen. Was für ein Verhältnis hat sie zum jüdischen Staat?

 20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Knessetwahl

Gantz zieht die Reißleine

Nach dem Absturz seiner Partei verzichtet der Ex-Generalstabschef auf eine Kandidatur – und wirbt erneut für eine große Einheitsregierung.

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026