Israel

Gewalt im arabischen Sektor: Vier Männer auf Feld ermordet

Polizeichef Kobi Shabtai und andere Beamte am Tatort in Abu Snan Foto: Copyright (c) Flash 90 2023

Die Gewalt im arabischen Sektor in Israel nimmt weiter zu. Am Dienstagabend wurden vier Männer in der Nähe eines arabischen Dorfs im Norden des Landes erschossen, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Medienberichten zufolge ereignete sich der Vorfall auf einem Feld nahe der arabischen Ortschaft Abu Snan. Bei einem der Toten soll es sich um einen Lokalpolitiker handeln, der bei den anstehenden Kommunalwahlen als Bürgermeister kandidieren wollte.

Seit Jahresbeginn sind nach Medienberichten durch Gewalt im arabischen Sektor 156 Menschen getötet worden. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Polizei unter dem rechtsextremen Minister Itamar Ben-Gvir wird vorgeworfen, sie gehe nicht entschlossen genug gegen die Gewaltwelle vor. Die arabische Minderheit macht in Israel rund 20 Prozent der knapp zehn Millionen Einwohner aus.

Zusammenhang Der Vorfall am Dienstag ereignete sich nur einen Tag, nachdem der Generaldirektor der arabischen Stadt Tira erschossen wurde. Der 60-Jährige war Medienberichten zufolge neben dem Rathaus mit zwei weiteren Verletzten aufgefunden worden. Noch unklar war, ob es einen Zusammenhang mit der politischen Funktion gab.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am Dienstag mit, mit dem Fall in der Stadt Tira sei eine »rote Linie« überschritten. »Wir können diese Morde, die kriminellen Organisationen, die Schutzgelderpressungen und die Übernahme der Stadtverwaltung nicht dulden.« Es würden alle Mittel, einschließlich, die des Inlandsgeheimdiensts Schin Ben genutzt, um die Verbrechen zu bekämpfen. dpa

Waffenruhe

Präsident Aoun: Libanon verhandelt alleine mit Israel

Seit ein paar Tage gilt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die Regierung in Beirut will dauerhafte Stabilität für den Mittelstaat erreichen

 20.04.2026

Nahost

Israelischer Soldat schlägt auf Jesus-Statue ein

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke »aufs Schärfste«. Das israelische Militär kündigte »angemessene Maßnahmen« gegen alle Beteiligten an

 20.04.2026

Nahost

Iran richtet zwei Männer hin

Den Verurteilten wurde vorgeworfen, für den Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprechen jedoch davon, dass es sich um politische Gefangene gehandelt habe

 20.04.2026

Nord-Israel

Kiryat Schmona: Bewohner demonstrieren gegen Waffenruhe mit Hisbollah

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, die Sicherheitsinteressen des Nordens preiszugeben

 20.04.2026

Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Neben der Politik kommt die Kultur nicht zu kurz: Für eine israelische Fernsehsendung zum morgigen Jom Haatzmaut singt der argentinische Präsident einen Song

 20.04.2026

Bevölkerungswachstum

Mehr als 10,2 Millionen Menschen leben in Israel

Wie setzt sich die Bevölkerung des Landes heute zusammen?

 20.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Gesellschaft

IDF: Drei Wochen Gefängnis fürs Grillen

In der Armee mehren sich Strafen wegen des Nichteinhaltens »religiöser Disziplin«. In der Bevölkerung sorgt dies für Empörung über Ungleichbehandlung

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026