Ausstellung

Gesichter der Opfer

Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag hat in Yad Vashem eine neue Ausstellung ihre Tore geöffnet. »Das letzte Porträt« zeigt 200 Werke aus der Kunstsammlung der Gedenkstätte, die während der Schoa von 21 jüdischen Künstlern unterschiedlicher Herkunft gezeichnet wurden. Mit den Bildern sollte an die Liebsten, Freunde und Bekannten in Ghettos und Lagern erinnert werden.

Die Porträts zeugen von außerordentlicher Kreativität. Unter größten Anstrengungen und lebensfeindlichen Bedingungen mühten sich die Künstler ab, oft ganze Serien von Zeichnungen zu erstellen. Diese Entschlossenheit war keine Ausnahme, sondern ereignete sich an einer Vielzahl von Orten während des Holocaust.

Augenblicke »Was diese Ausstellung besonders macht«, so Kuratorin Eliad Moreh-Rosenberg bei der feierlichen Eröffnung in Jerusalem, »ist die Präsentation einer systematischen Anstrengung jüdischer Künstler, ihre Leidensgenossen in einer absolut katastrophalen Zeit zu porträtieren. Die meisten der Gezeichneten wurden Augenblicke vor ihrem Tod auf Papier festgehalten – so wurden es ihre letzten Porträts.«

Viele Künstler konzentrierten sich auf die Gesichter, fast ohne einen Hinweis auf den nahen Tod, erklärt Moreh-Rosenberg. »Sie bemühten sich, dem Porträtierten eine gewisse Unsterblichkeit und Würde zu verleihen, ohne ihn zum Opfer zu machen. Die Bilder geben den Menschen ihre Seele wieder – genau das, was die Nazis auslöschen wollten.« So etwa auf den Porträts von Dvora Milka und Baruch Semmel. Baruch überlebte den Holocaust, Dvora Milka ist auf einer Zeichnung von Arnold Dagahni zu sehen. Im April 1943 wurde sie im Arbeitslager Michailowka von den Nazis ermordet.

In einigen Fällen ist wenig oder gar nichts über die Menschen auf den Bildern bekannt. Kuratoren und Forscher suchen in den umfangreichen Archiven von Yad Vashem nach weiteren Informationen. Die Ausstellung soll dabei helfen, Näheres über die Frauen und Männer in Erfahrung zu bringen, deren Gesichter uns so eindrucksvoll als Mahnung für künftige Generationen anschauen.

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

von Sophie Albers Ben Chamo  23.07.2026

Nachruf

»Haim Yavin. Hier enden unsere Sendungen«

Der israelische Protestkünstler Shoshke Engelmayer verabschiedet sich von einer TV-Legende seines Landes

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Plädoyer

Dem Recht vertrauen

Ohne einen unabhängigen Obersten Gerichtshof ist nicht nur Israels Demokratie, sondern der jüdische Staat selbst in Gefahr

von Awi Blumenfeld  23.07.2026

Nachrichten

Geisel, Hamas, Charedim

Kurzmeldungen aus Israel

 22.07.2026

Jerusalem

Bericht: Kabinett billigte Maßnahmen gegen Siedlergewalt

Ministerpräsident Netanjahu bezeichnet die Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser als ein »metastasierendes Krebsgeschwür«

 22.07.2026

Medallienregen

Israelische Schüler holen 13 Medaillen bei internationalen Wissenschafts-Olympiaden

Besonders erfolgreich war das israelische Team bei der Internationalen Physik-Olympiade in Kolumbien

 22.07.2026

Jerusalem

Herzog warnt vor Gewalt im Wahlkampf: »Wahlen sind kein Bürgerkrieg«

Der Präsident appelliert an Politiker, Kandidaten und Wahlkampfhelfer aller Parteien, »rote Linien« nicht zu überschreiten

 22.07.2026

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026