Israel

Generalstabschef Halevi: »Herausfordernde Tage liegen vor uns«

Generalstabschef Herzi Halevi Foto: copyright (c) Flash90 2024

Nach der Tötung von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah durch einen gezielten Luftschlag hat Israels Armeechef Herzi Halevi die Möglichkeit eines Einmarsches in den benachbarten Libanon angedeutet. Er habe eine Lagebeurteilung abgeschlossen und die Pläne für das Nordkommando der Streitkräfte gebilligt, sagte er im Hauptquartier des Kommandos in der nordisraelischen Stadt Safed. »Herausfordernde Tage liegen vor uns«, fügte er in einem Video hinzu, das die Armee veröffentlichte. 

Die israelische Armee sei »in höchster Alarmbereitschaft, sowohl in defensiver als auch offensiver Hinsicht, an allen Fronten«. Sie sei gerüstet für das, was als Nächstes komme. 

Israel fordert seit Langem, dass sich die Hisbollah gemäß der bereits vor Jahren verabschiedeten Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats von der israelisch-libanesischen Grenze etwa 30 Kilometer weiter Richtung Norden hinter den Litani-Fluss zurückzieht. Israel will damit die Sicherheit seiner Bürger im Norden Israels gewährleisten. Beobachter mutmaßen, Israel könnte versuchen, dieses Ziel mit einer Bodenoffensive im Nachbarland zu erreichen.

Deutliche Worte an die Feinde des jüdischen Staates

Zudem richtete Halevi deutliche Worte an die Feinde des jüdischen Staates. »Die Botschaft an alle, die die Bürger des Staates Israel bedrohen, ist einfach: Wir werden wissen, wie wir sie erreichen können. Im Norden, im Süden und an weiter entfernten Orten«, sagte er. Der Angriff am Freitag sei lange vorbereitet worden. »Er kam zum richtigen Zeitpunkt und auf sehr scharfe Weise«, so Halevi weiter.

Israels Armeesprecher Daniel Hagari sagte, Nasrallahs Tod mache die Welt sicherer. Zugleich warnte er: »Es ist noch nicht vorbei, die Hisbollah hat noch mehr Möglichkeiten.«

Israel ruft Menschen im Libanon zur Flucht auf

Gleichzeitig forderte das israelische Militär die Menschen in Teilen des Libanons auf, sich von Hisbollah-Einrichtungen fernzuhalten und sich bis auf Weiteres in Sicherheit zu bringen. Die Warnung gilt für die Bewohner der Bekaa-Ebene im Osten des Landes, für die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und für den Südlibanon, wie es in einem Aufruf hieß, den ein israelischer Militärsprecher in arabischer Sprache veröffentlichte.

Viele Menschen in den von der Hisbollah kontrollierten Gebieten wissen allerdings oft nicht, welche Gebäude von der Schiitenmiliz genutzt werden. Solche Evakuierungsaufrufe des Militärs sind in der Regel ein Anzeichen für bevorstehende neue israelische Angriffe. Bereits am Mittwoch hatte das israelische Militär eine spezifische Warnung für die südlichen Vororte von Beirut ausgesprochen. Daraufhin kam es zu mehreren Angriffen in der Gegend, die als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gilt. 

Das israelische Militär hatte am Freitag bei einem gezielten Angriff in einem Vorort von Beirut Hassan Nasrallah, den Führer der schiitischen Terrormiliz im Libanon, getötet. dpa/ja

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