Sinai

Gemeinsamer Kampf mit Ägypten

Ägyptens Präsident Al-Sisi (r.) und Israels Premier Netanjahu (2017 in New York) Foto: Flash 90

Lange haben beide Seiten geschwiegen. Doch jetzt erklärte Präsident Abdel-Fatah Al-Sisi öffentlich, dass Israel aktiv an der Seite Ägyptens gegen die Dschihadisten im Sinai kämpft. Er bestätigte, dass die Zusammenarbeit mit Jerusalem »enger denn je« sei.

Seit der Machtübernahme von Al-Sisi im Jahr 2013 wurden Hunderte von Soldaten und Polizisten bei blutigen Anschlägen auf der Halbinsel von radikal-islamistischen Kämpfern ermordet. Verschiedene Gruppierungen haben sich auf dem Sinai niedergelassen, darunter Abzweigungen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Kairo antwortete auf die Angriffe oft mit Bombardierungen der Dschihadisten-Stellungen. Angeblich ist es Israel in diesem Zusammenhang erlaubt, sogar Luftangriffe gegen den IS im Sinai zu fliegen.

LUFTANGRIFFE »Das ist korrekt, wir haben eine Menge von Kooperationen mit den Israelis«, sagte Al-Sisi auf die Frage von Scott Pelley vom amerikanischen Sender CBS, ob die militärische Zusammenarbeit auf höchster Ebene stattfindet. Der Präsident wurde für die Sendung 60 Minutes interviewt, die am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Anfang 2018 hatte die »New York Times« bereits berichtet, dass Israel verdeckte Aktionen auf der Halbinsel durchführt – mit ausdrücklicher Erlaubnis von Al-Sisi. Bislang hatten sich weder Kairo noch Jerusalem zu den Vermutungen geäußert, dass Israel Seite an Seite mit Ägypten auf der Halbinsel kämpft.

Nach dem damaligen Zeitungsbericht veröffentlichte die Pressestelle des ägyptischen Militärs ein halbherziges Dementi und schrieb, dass »ausschließlich die ägyptische Armee bevollmächtigt ist, Militäroperationen im nördlichen Sinai durchzuführen«. Nach den Aussagen des Präsidenten höchstpersönlich wird indes keine weitere Stellungnahme erwartet. Jerusalem gab keinen Kommentar ab.

MENSCHENRECHTE Angeblich soll die ägyptische Regierung versuchen, die Ausstrahlung des Interviews zu verhindern, heißt es. Allerdings nicht wegen der Äußerungen im Hinblick auf Israel, sondern aufgrund der Fragen zu Menschenrechtsverletzungen, politischen Gefangenen und Al-Sisis Handlungen während der Proteste von 2013. CBS bestätigte allerdings, dass das Interview wie geplant gesendet werden wird.

In der jüngsten Zeit hatten sich Al-Sisi und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu zweimal persönlich getroffen. Ägypten spielte auch eine Hauptrolle bei der Vermittlung zwischen Jerusalem und Gaza nach den monatelangen Eskalationen am Grenzzaun.

Israel

Atomreaktor als Ziel

Ein Angriff des Iran am vergangenen Wochenende hat in Arad und Dimona 175 Menschen verletzt. Laut Staatsmedien in Teheran hatten die Raketen einen Atomreaktor in der Nähe zum Ziel – als Vergeltung für Angriffe auf die iranische Uran-Anreicherungsanlage

von Ralf Balke  29.03.2026

Jerusalem

Kirchenvertreter in Jerusalem am Zutritt zur Grabeskirche gehindert

Der höchste katholische Vertreter wurde am Palmsonntag daran gehindert, an der Messe teilzunehmen. Italien reagiert und will den israelischen Botschafter einberufen. Inzwischen hat die israelische Polizei ihr Vorgehen verteidigt

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

US-Medien berichten über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen. Teheran reagiert und droht »Bestrafung« an

 29.03.2026

Meinung

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Iran-Krieg

Angriff auf Residenz von Präsident Barsani im Nordirak

Eine Attacke trifft die Residenz von Präsident Barsani im Irak. Die USA machen »Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak« verantwortlich. Zuletzt hatte der Iran Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Huthi greifen erneut Israel an – Iran droht US-Universitäten

Die jemenitische Miliz beschießt Eilat, iranische Elitestreitkräfte drohen mit »Vergeltungsmaßnahmen« an US-Universitäten in der Region, und Pakistan versucht zu vermitteln – die Übersicht am Sonntagmorgen

 29.03.2026

Israel

Irans Waffenproduktion soll »in wenigen Tagen« weitgehend zerstört sein

Eines der Kriegsziele Israels ist die Ausschaltung der iranischen Militärindustrie. Ein Armee-Sprecher nennt den zeitlichen Horizont, bis wann dieses Ziel erreicht sein könnte

 28.03.2026

Jemen

Erstmals im Iran-Krieg: Huthis greifen Israel an

Die terroristische Miliz hatte seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 keine Raketen mehr auf Israel gefeuert. Nun ist die vom Iran gestützte Miliz in den Krieg eingetreten

 28.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026