Israel

Geiselfamilien schockiert über Äußerungen Trumps

Angehörige der Hamas-Geiseln demonstrierten am Montag vor der Knesset. Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Angehörige israelischer Geiseln haben nach Medienberichten mit Bestürzung auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump reagiert, wonach drei weitere Entführte gestorben seien. Cherut Nimrodi, Mutter eines in den Gazastreifen entführten Soldaten, sagte im Gespräch mit dem israelischen Nachrichtenportal »ynet«, sie habe die Sorge, es gebe Informationen, die den Familien vorenthalten werden.

Sie gehöre zu einer von insgesamt drei Familien von Geiseln, deren Schicksal unklar sei, sagte Nimrodi. Seit ihr Sohn am 7. Oktober 2023 entführt worden war, habe es kein Lebenszeichen mehr von ihm gegeben.

Sie sei aber überrascht, dass Trump so eindeutig gesagt habe, dass drei Geiseln getötet worden seien, sagte Nimrodi. »Woher nimmt er diese Informationen?«

Lesen Sie auch

»Nicht gut überprüft«

Sie versuche, sich damit zu beruhigen, »dass wir von Trump Sätze gewöhnt sind, die nicht gut überprüft wurden«. Dennoch sei sie sehr besorgt. »Unser Kind ist uns lieb und teuer, er ist keine Zahl.« Die Familie wünsche sich den notwendigen Respekt.

Offiziell geht die israelische Regierung weiterhin von 24 noch lebenden Geiseln aus. Zudem seien die Leichen von 35 Entführten in der Gewalt von Terrororganisationen. Erst kürzlich hatte jedoch Sara Netanjahu, Ehefrau des Ministerpräsidenten, gesagt, es seien wohl weniger.

Das Forum der Geiselfamilien veröffentlichte nach Trumps Äußerungen eine Stellungnahme: »Wir fordern die israelische Regierung erneut dazu auf, uns neue Informationen sofort zu übermitteln, sollte es sie geben.« Sie verlangen zudem eine sofortige Waffenruhe im Gaza-Krieg und die Freilassung der Geiseln. dpa/ja

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Kommentar

Was hat der Konflikt mit dem Iran Israel gebracht?

Eine ernüchternde Bilanz von Roman Haller

 22.04.2026

Meinung

Die Isaac Accords – Kooperation statt Symbolik

Im Gegensatz zu den Abraham Accords geht es bei dem Vertrag zwischen Argentinien und Israel nicht um eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine Vertiefung. Gerade darin liegt seine politische Logik

von Carsten Ovens  22.04.2026

Berlin

Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

Schnitzel - das klingt erst einmal sehr deutsch. Dieses Schnitzel allerdings kommt anders daher. Ein Besuch im Berliner Restaurant »Berta«, das ein israelischer Starkoch nach seiner deutschen Großmutter benannt hat

von Nina Schmedding  22.04.2026

Jerusalem

Klima-Forscher: Teile Israels könnten unbewohnbar werden

Israelische Klimaforscher sagen, der südliche Arava-Raum, Eilat sowie das Jordantal seien besonders gefährdet

 22.04.2026

Westjordanland

Berichte über Verletzte nach Siedler-Angriff

Radikale Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden

 22.04.2026

Terroristen-Gefängnis

Hamas-Terroristen belästigten Reservistinnen sexuell

Eine Reservistin sagt dem Sender KAN, Häftlinge hätte vor ihr masturbiert und ihr erniedrigende Blicke zugeworfen. Die psychischen Folgen seien bis heute spürbar

 22.04.2026