Israel

Gefängnischef zwölf Stunden lang verhört

Kobi Jakobi am Montag nach dem Verhör Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Der Chef der israelischen Gefängnisbehörde ist unter dem Verdacht der Behinderung von Ermittlungen und Untreue vorübergehend festgenommen worden. Kobi Jakobi sei insgesamt zwölf Stunden verhört worden, berichteten israelische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Justiz.

Der Fall heizt den jahrelangen Konflikt zwischen der rechtsgerichteten Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der israelischen Justiz weiter an. Dabei geht es im Kern um die Frage, wie weit die Justiz einer demokratisch gewählten Regierung Grenzen setzen darf.

Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir warf der Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara vor, sich in die Politik einzumischen und mit der Festnahme am Montag eine »rote Linie« überschritten zu haben. Er forderte ihre Entlassung. Ben-Gvir hatte den Gefängnischef erst Anfang des Jahres eingesetzt.

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Die Juristin Baharav-Miara ist der Regierung wegen Ermittlungen gegen Netanjahu und im Umfeld seiner Regierung ein Dorn im Auge. Zudem soll Baharav-Miara ihrerseits die Entlassung Ben-Gvirs wegen unrechtmäßiger Einmischung in Polizeiangelegenheiten angeregt haben.

Jakobi selbst sagte später, er habe das Verhör mit erhobenem Haupt verlassen, denn er habe richtig gehandelt.

Israelischen Medienberichten geht es darum, dass Jakobi eine Polizeibeamtin gebeten haben soll, dafür zu sorgen, dass wenig schmeichelhafte Aussagen über Ben-Gvir aus einem Chat auf der Plattform Telegram verschwinden. Dies tat sie offenbar, indem sie dem Autor dieser Messages mitteilte, dass sich eine Umsetzung ihrer Aufforderung günstig auf seine Karriere auswirken würde.

Ben-Gvir hatte Jakobi zum Polizeichef ernannt. dpa/ja

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