Vermisst

Geburtstag wieder als Geisel?

Sasha Trupanov (29) Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Geburtstag wieder als Geisel?

Sasha Trupanov wurde mit seiner Familie verschleppt

von Sabine Brandes  26.09.2024 09:19 Uhr

Nicht mehr lange, dann wird es sein zweiter Geburtstag in Gefangenschaft sein. Am 11. November wird Alexander Sasha Trupanov 30 Jahre alt. Schon den 29. musste er in der Gewalt der Hamas in Gaza verbringen. Seine Freunde von der Universität, an der er ein Jahr zuvor sein Studium der Elektrotechnik abgeschlossen hatte, standen damals zusammen mit dem Sänger Shai Gabso auf der Bühne, sangen »Hajom Jom Huledet« und weinten.

Der junge Mann wurde bei dem verheerenden Überfall der Hamas auf die südlichen Gemeinden Israels am 7. Oktober 2023 zusammen mit seiner Mutter Lena, seiner Großmutter Irena Tati und seiner Freundin Sapir Cohen von den Terroristen verschleppt. Die drei Frauen kamen Ende November durch ein Abkommen zwischen Israel und der Hamas frei. Der junge Mann ist noch immer Geisel.

Im Mai veröffentlichte die Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad zwei Propagandavideos von Trupanov. In einem wendet er sich an seine Eltern, Mutter Lena und Vater Vitaly. Er weiß offenbar nicht, dass Vitaly am 7. Oktober von den Terroristen ermordet wurde.

Sasha und seine Freundin Sapir waren erst vor Kurzem in Ramat Gan zusammengezogen.

Sasha und seine Freundin Sapir waren erst vor Kurzem in Ramat Gan zusammengezogen. Über die Feiertage hatten sie Sa­shas Familie im Kibbuz Nir Oz besucht, als der Horror über sie hereinbrach. Sa­shas Eltern und Großmutter waren in ihrem Haus mit Sicherheitsraum, während Sasha und Sapir in einem anderen Haus ohne Schutzraum schliefen.

Trupanov ist Ingenieur bei Annapurna Labs, einem israelischen Mikroelektronik­unternehmen, das von Amazon aufge­kauft wurde. Mehrfach haben seine Freunde versucht, Amazon dazu zu bringen, eine Stellungnahme zu Sasha abzugeben, aber bislang ohne Erfolg. Um auf die Geiselnahme aufmerksam zu machen und eine Reaktion von Amazon zu provozieren, besuchten sie unter anderem eine Amazon-Konferenz in Las Vegas, mieteten Lastwagen, auf denen sie Bilder von Sasha platzierten, und trugen T-Shirts mit seinem Bild. Darunter stand in fetten Lettern: »Ich wünschte, ich wäre hier.«

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