Nahost

Gaza: Zwei weitere Israelis und fünf Thailänder sollen aus Geiselhaft freikommen

Der Deutsch-Israeli Gadi Moses (80) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

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Gaza: Zwei weitere Israelis und fünf Thailänder sollen aus Geiselhaft freikommen

Unter den Freizulassenden sind zwei Deutsch-Israelis. Im Gegenzug werden mehr als 100 palästinensische Gefängnishäftlinge - darunter Terroristen - entlassen

 30.01.2025 10:05 Uhr Aktualisiert

Nach der Freilassung der israelischen Soldatin Agam Berger nach fast 16 Monaten in der Gewalt palästinensischer Terroristen im Gazastreifen sollen heute zwei weitere Israelis freikommen. Darunter sind laut dem Forum der Geiselfamilien auch zwei Deutsch-Israelis. Auch fünf aus Israel entführte Thailänder sollen übergeben werden.

Im Gegenzug sollen 110 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden, darunter verurteilte Mörder und Terroristen.

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Das am 19. Januar in Kraft getretene Abkommen über eine Waffenruhe im Gazastreifen sieht vor, dass in einer ersten Phase innerhalb von sechs Wochen 33 Geiseln im Austausch für 1904 palästinensische Häftlinge freigelassen werden. Drei Zivilistinnen und vier Soldatinnen kamen im Rahmen der Vereinbarung bereits frei. Weitere Geiseln sollen am Samstag freigelassen werden. Laut der Hamas sind acht der 33 Geiseln tot.

Die Hamas hatte am Mittwoch wie vereinbart eine Liste mit den Namen der drei Geiseln übermittelt, die heute freikommen sollen. Darauf stand neben den Namen der beiden Deutsch-Israelis Arbel Yehud (29) und Gadi Moses (80) auch der Name der 20-jährigen Soldatin Agam Berger, die heute frei kam. Insgesamt befinden sich noch 89 Geiseln im Gazastreifen, darunter acht Thailänder sowie ein Nepalese und ein Tansanier.

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Bruder ermordet

Gadi Moses ist der erste Mann, der im Zuge der aktuellen Waffenruhe freikommen soll. Yehud und Moses waren beide während des Massakers der Hamas und anderer Terroristen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober 2023 aus ihren Häusern im Kibbuz Nir Oz entführt worden. Die Zivilistin Yehud wurde zusammen mit ihrem Freund verschleppt. Der Bruder der Frau, der ebenfalls in dem Ort in der Nähe des Gazastreifens wohnte, wurde während des Terrorangriffs ermordet.

Laut israelischen Medien könnte es sein, dass die Geiseln heute nicht alle zur gleichen Zeit und am selben Ort freigelassen werden, da Yehud und Moses von der Hamas festgehalten wurden, während sich Berger in der Gewalt der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad befand. Die Streitkräfte (IDF) bereiteten sich in der Nacht vorsorglich auf die Abholung von Geiseln an verschiedenen Orten vor.

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Unter den 110 palästinensischen Häftlingen, die freikommen sollen, sollen mehr als 30 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt gewesen sein. Israelischen Medienberichten zufolge ist darunter auch Sakaria Subeidi, der während der zweiten Intifada ab 2000 Befehlshaber des militärischen Arms der Fatah-Bewegung in Dschenin im nördlichen Westjordanland war. Unter den Häftlingen sind auch einige Minderjährige.

Bühne für Terrorpropaganda-Show

Für die fünf thailändischen Geiseln werden keine palästinensischen Häftlinge entlassen. Israelische Medien meldeten, sie kämen im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Hamas und Thailand frei.

Derweil meldete das Medienbüro der Hamas die Heimkehr von 500.000 Palästinensern, die im Zuge des Kriegs vertrieben wurden, in den Norden des Gazastreifens. Israel geht davon aus, dass weniger Bewohner in das Gebiet zurückkehrten.

Arbeitsverbot für UNRWA

In Israel treten heute voraussichtlich zwei Gesetze in Kraft, die die Arbeit des palästinensischen UN-Hilfswerks UNRWA verbieten. Untersagt wird der Organisation demnach, eine Vertretung auf israelischem Territorium zu betreiben und Dienstleistungen anzubieten. Israelische Behörden dürfen zudem keinen Kontakt mit der UNRWA oder dessen Repräsentanten mehr haben. Mitarbeiter des Hilfswerks sollen darüber hinaus Privilegien wie Immunität und Steuerbefreiungen verlieren.

Israel wirft der Organisation vor, von der Hamas unterwandert zu sein. Mehrere Mitarbeiter der Terrororganisation waren am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt. Geiseln seien in UNRWA-Einrichtungen versteckt worden, sagte ein Sprecher im Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Rund 1500 Angestellte der Organisation sollen auch Hamas-Mitglieder sein. dpa/ja

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