Der Vorsitzende der Jaschar-Partei, Gadi Eizenkot, hat in einem Interview klargemacht, dass er nach den Parlamentswahlen kommende Woche unter keinen Umständen in einer Regierung mit dem derzeitigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sitzen werde.
Dem israelischen Radiosender »103 FM« sagte Eizenkot am Mittwoch: »Netanjahu, der sich selbst als Oberbefehlshaber bezeichnet, ist nicht würdig, weiterhin Führungspositionen zu bekleiden, nicht einmal als stellvertretender Generaldirektor des Tourismus-Ministeriums.«
Vor allem aufgrund der Verantwortung des Regierungschefs für die Versäumnisse vor dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 sei er nicht bereit, mit dem amtierenden Regierungschef zusammenzuarbeiten, hob der ehemalige Generalstabschef der IDF hervor. »Jeder, der damals Führungspositionen auf militärischer und politischer Ebene innehatte, ist nicht würdig, zukünftige Ämter im Führungsbereich zu übernehmen.«
Eizenkot war früher Generalstabschef
Am 27. Oktober gehen die Israelis an die Urnen, um die 120 Abgeordneten der neuen Knesset zu wählen. Von den etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern des Landes sind 7,3 Millionen wahlberechtigt. Eizenkot, der in Umfragen in den vergangenen Wochen immer vor dem regierenden Likud von Netanjahu liegt, verlor sowohl eeinen Sohn also auch einen Neffen während des Krieges gegen die Hamas. Beide fielen bei Kampfeinsätzen in Gaza.
In früheren Interviews hatte der 66-Jährige erklärt, dass er eine Koalition mit dem Likud nicht generell ausschließe. Andere Oppositionspolitiker, vor allem Avigdor Lieberman von der Partei Israel Beiteinu, hatten Eizenkot vorgeworfen, in Erwägung zu ziehen, nach der Wahl auch mit Netanjahu koalieren zu wollen.
Nun aber betonte der Jaschar-Vorsitzende, dass dies auf keinen Fall stattfinden werde. Eizenkot berichtete im Interview zudem über sein Treffen mit Lieberman am Dienstag und bezeichnete es als positiv. »Wir haben alle Probleme besprochen, die zwischen uns standen.«
Eizenkot gibt ein Versprechen
Auch eine Rotation auf dem Sessel des Premiers käme für ihn nicht infrage. »Ich bin gegen einen alternierenden Ministerpräsidenten. Das ist undemokratisch. Ein Regierungschef muss für vier Jahre gewählt werden, damit er Pläne umsetzen und innen- sowie regionalpolitische Entwicklungen vorantreiben kann«, erläuterte er.
Zum Ende des Interviews wandte sich Eizenkot direkt an den Journalisten und gab ihm ein Versprechen: »Nehmen Sie das hier auf. Wenn es doch dazu kommen sollte, dass ich mit Netanjahu in einer Koalition sitze, spielen Sie es mir vor. Eine Stunde später bin ich zurückgetreten«, gelobte er.