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Forschung, Fackel, Song

Neuer Ansatz im Kampf gegen Krebs Foto: Getty Images

Forschung
Wissenschaftler der Universität Tel Aviv (TAU) wollen herausgefunden haben, warum Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, ein höheres Risiko haben, an Krebs zu erkranken. Die neuen Erkenntnisse könnten zu verbesserten Behandlungen für Herzpatienten führen, um dieses Risiko zu minimieren, so die Hoffnung. Die Wissenschaftler der TAU und des Sheba Medical Center gehen davon aus, dass winzige Bläschen, die das sich erholende Herz freisetzt, tatsächlich das Wachstum von Krebszellen im gesamten Körper fördern. Nachdem sie ihre Theorie an Tieren getestet hatten, stellten sie fest, dass der Einsatz von Medikamenten zur Hemmung der Freisetzung dieser Bläschen das Wachstum von Krebstumoren verlangsamt.

Fackel
Nasreen Yousef, die während des Hamas-Angriffs am 7. Oktober 2023 ihren Moschaw gerettet hat, und nun ausgewählt wurde, bei der Zeremonie zum Jom Haazmaut eine Fackel zu entzünden, hat abgesagt. Die 46-jährige Drusin konnte ein Blutbad in Yated verhindern, indem sie Terroristen auf Arabisch überzeugte, dass sie ihnen Geld geben und sie hinausschmuggeln werde. Zur selben Zeit gab sie die Informationen an Israels Armee (IDF) weiter. Im Anschluss jedoch erhielt Yousefs Familie Drohungen aus Israels arabischer Gemeinschaft. »Aus diesem Grund und mit großem Schmerz habe ich beschlossen, nicht teilzunehmen«, schrieb sie. Nasreen und ihr Ehemann Eyad dankten dem Auswahlkomitee dennoch»aus tiefstem Herzen für die Ehre« und schrieben: »Dies ist unser Land. Wir werden es weiterhin verteidigen, unabhängig davon, ob wir eine Fackel anzünden oder nicht.«

Song
Tali ist weiter! Am Dienstagabend schaffte es die in Jerusalem geborene Sängerin Tali Golergant für Luxemburg mit ihrem Song »Fighter« ins Finale des Eurovision Song Contest (ESC). Das Lied bezeichnet sie als »meine Lebensgeschichte«. Die 23-jährige hat nicht nur israelische, sondern auch südamerikanische Wurzeln: Ihr Vater ist ein Jude aus Peru. Im Laufe ihres Lebens wohnte Tali an vielen Orten, darunter Chile und Argentinien, bis sich die Familie in Luxemburg niederließ. Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach New York, um ihre Musikkarriere zu fördern. Das kleine Luxemburg nahm vor 31 Jahren das letzte Mal an dem weltgrößten Song Contest teil, der in diesem Jahr im schwedischen Malmö stattfindet.

Geisel
Als Aufnahmen Alma (12) und ihren Bruder Noam (16) zeigten, wie sie Ende November in Jeeps des Roten Kreuzes aus Gaza gefahren wurden, flossen bei den Mitgliedern des Kibbuz Be’eri Tränen der Freude. Doch im selben Moment fragten sie sich, wie sie den Kindern beibringen können, dass ihre Mutter Yonat von Hamas-Terroristen ermordet wurde und ihr Vater Dror Geisel ist. Vergangene Woche bestätigte die israelische Armee das Schrecklichste: Auch Dror starb bereits am 7. Oktober. Alma und Noam sind Waisen. Das Forum der Familien von Geiseln und Vermissten schrieb: »Mit tiefer Trauer und gebrochenem Herzen haben wir erfahren, dass Dror, möge sein Andenken ein Segen sein, am 7. Oktober ermordet und seine Leiche nach Gaza entführt wurde.«

Sanktionen
Großbritannien hat neue Sanktionen angekündigt. Außenminister David Cameron erklärte: »Extremistische Siedler untergraben Sicherheit und Stabilität und gefährden die Friedensaussichten. Das jüngste Sanktionspaket richtet sich gegen zwei Gruppen, die die Angriffe anführen, und gegen vier Personen, die direkt für die ungeheuerliche Gewalt gegen palästinensische Zivilisten verantwortlich sind.« Die Gruppen wurden benannt mit »Hilltop Youth, eine nationalistische israelische Jugendgruppe, die illegale Siedler-Außenposten im gesamten Westjordanland errichtet«, und »Lehava, die zu Gewalt gegen arabische und palästinensische Gemeinschaften anstiftet«.

Künstliche Intelligenz
Ein Künstliche-Intelligenz-System, das an der Ben-Gurion-Universität entwickelt wurde, könnte dabei helfen, die antiken Schriftrollen vom Toten Meer und andere alte Texte zu entziffern, deren schlechter Zustand sie unlesbar macht. Das neue System ist die Arbeit der vier Studenten Itay Asraf, Niv Fono, Eldar Karol und Harel Moshayof an der Fakultät für Software- und Informationssystemtechnik, die es im Rahmen ihres Abschlussprojekts im vierten Jahr entwickelt haben. Es nutzt maskierte Sprachmodellierung, also den Kontext, um unlesbare Wörter in einer Phrase oder einem Satz vorherzusagen und damit auch Texte in beschädigten Schriften auf Hebräisch und Aramäisch zu entschlüsseln.

Kommentar

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