Medizin

Durchbruch bei Krebs-Behandlung?

Krebspatienten können sich Hoffnung machen auf eine neue, schonendere Behandlung. Foto: imago images/Science Photo Library

Israelische Forscher vermelden einen Durchbruch bei der Behandlung von Krebsgeschwüren. Mittels einer neuartigen Technologie sei es erstmals gelungen, um Krebszellen in Mäusen mit genetischen Botenstoffen zu zerstören, ohne dabei gesunde Zellen zu beeinträchtigen, schrieben die Wissenschaftler der Universität Tel Aviv in einem Beitrag für das Fachjournal »Science Advances«.

ZIELGENAUER EINGRIFF Mit dem CRISPR-Cas-9-Gen-System, für dessen Entwicklung die Forscher Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier vor Kurzem mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet wurden, könnten präzise Veränderungen an der DNA vorgenommen und Tumorzellen »wie mit Hilfe einer mikroskopisch kleinen Schere zerschnitten« und unschädlich gemacht werden, erklärte der Krebsforscher Dan Peer. Er leitet das Labor für Präzisionsnanomedizin an der »Shmunis School of Biomedicine and Cancer Research« der Universität Tel Aviv.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Onlinezeitung »Times of Israel« sagte Peer, bei dem Verfahren gebe es »keine Nebenwirkungen«. Er nehme an, dass auf diese Weise behandelte Krebszellen nie wieder aktiv werden können. Die Technologie könne so die Lebenserwartung von Krebspatienten verlängern. »Wir hoffen, die Krankheit eines Tages heilen zu können«, sagte Peer und fügte an, dass ein Tumor mit drei Behandlungen vollständig zerstört werden könne.

Die neue Form der Krebsbehandlung könnte, so die Hoffnung der israelischen Forscher, in einiger Zeit die Chemotherapie ersetzen, welche oft mit starken Nebenwirkungen verbunden ist und den ganzen Körper des Patienten in Mitleidenschaft zieht.

ERSATZ FÜR CHEMO Getestet haben die Wissenschaftler ihre neue Methode an zwei Krebsarten mit häufig tödlichem Ausgang, dem Hirnkrebs Glioblastom sowie dem Ovarialkarzinom. Der Studie zufolge kann eine Behandlung mit CRISPR-LNPs die durchschnittliche Lebenserwartung von Mäusen mit Glioblastom-Tumoren verdoppeln.

Der Eierstockkrebs führt bei zwei Dritteln der betroffenen Frauen bislang zum Tod, da er häufig erst spät diagnostiziert wird. Hier fanden die Forscher um Peer im Tierversuch heraus, dass sich die Überlebensrate von mit dem Krebs befallenen Mäusen um 80 Prozent verbesserte.

Es werde aber noch eine Zeit dauern, bis die neue Behandlungsmethode bei Menschen eingesetzt werden könne, so Peer in einer Pressemitteilung der Universität. Man sei aber optimistisch, mit Hilfe der jetzt gewonnenen Erkenntnisse auch über die Krebsbehandlung hinaus Krankheiten effektiv bekämpfen zu können. mth

Knesset

Wem gehört die Wahl?

»Fly & Vote« will Israelis im Ausland zum Abstimmen nach Hause bringen. Der Likud droht der Initiative mit rechtlichen Schritten

von Sabine Brandes  26.08.2026

Nachrichten

Spion, Angst, Straße

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  26.08.2026

Jerusalem

Mann, der Nonne angriff, muss in Psychiatrie

Christen in Jerusalem werden immer wieder angefeindet. Nach einem Angriff auf eine Nonne im April kam ein Gericht nun aber zu dem Schluss, dass es sich nicht um eine religiös motivierte Tat handelte

 26.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Westjordanland

Knesset-Abgeordneter zerstört palästinensisches »Märtyrer«-Denkmal

Zvi Sukkot fuhr unter Armeeschutz nach Madama. Die IDF wirft dem Abgeordneten vor, sie getäuscht zu haben

 26.08.2026 Aktualisiert

Wissenschaft

Zwei israelische Unis unter den besten der Welt

Das Weizmann Institute of Science in Rehovot und die Hebräische Universität Jerusalem schafften es in die Top 100

 26.08.2026

Kommentar

Unpolitisch war gestern

Der ESC unterliegt künftig neuen Regeln für Krisenstaaten, Israel kann nach wie vor am Wettbewerb teilnehmen. Noch ist das keine Lex Israel. Aber der Eindruck entsteht

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 26.08.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt vor Stimmenverlusten im rechten Lager

»Bei dieser Wahl zählt jede Stimme. Verschwenden Sie Ihre Stimme nicht an kleine Parteien«, sagt der Ministerpräsident. Den Grund für diese Warnung liefern die jüngsten Umfragen und die Geschichte

 26.08.2026