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Fahrkarten, Jobs, Beileid

Zentraler Busbahnhof in Tel Aviv Foto: Flash90

Fahrkarten
Ein von der Regierung in Jerusalem vorgestellter Plan für billigere Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr hat Kritik hervorgerufen, weil er nur bestimmten Kommunen die Vorteile gewährt. Er sieht vor, dass Bewohner der Großstädte im Zentrum, darunter Tel Aviv, Rischon LeZion und Petach Tikwa, weit mehr für Monatskarten ausgeben müssten als Israelis in Jerusalem sowie praktisch alle charedischen und arabischen Gemeinden und Siedlungen im Westjordanland, ohne Rücksicht auf die persönliche finanzielle Situation. Laut der Finanzzeitung »Calcalist« würde ein Bewohner von Bat Jam etwa 80 Euro für eine Monatskarte zahlen, während sie für einen Einwohner des nahe gelegenen Givatayim das Doppelte kosten würde.

Jobs
Die Beschäftigung junger Beduinen und Israelis äthiopischer Abstammung im Hightech-Sektor soll gefördert werden. Dror Ben, Geschäftsführer der Innovationsbehörde, erklärte dazu: »Eines unserer Ziele ist es, Humankapital aus sozialen und geografischen Randgebieten in den Sektor einzubinden, auch in diesen schwierigen Zeiten der Krise in der Hightech-Branche.« Man unterstütze Unternehmen mit unkonventionellem Denken und neuen Perspektiven. Die Behörde fördert insbesondere Vorschläge, die darauf abzielen, bisher in der Hightech-Industrie unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen zu integrieren.

Beileid
Präsident Herzog hat den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Zayed, angerufen und ihm im Namen des Staates und des Volkes Israel sein tiefstes Beileid zum Tod seines Bruders, Scheich Saeed bin Zayed Al Nahyan, ausgedrückt. »Die beiden führten ein gutes und herzliches Gespräch«, heißt es aus Herzogs Büro. Der Präsident der VAE dankte seinem israelischen Amtskollegen für die freundlichen Worte und fügte hinzu, dass er der Familie seines Bruders sein Beileid aussprechen werde. Am Ende ihres Gesprächs bemerkte der Präsident, dass er sich darauf freue, die Golfregion während des Klimagipfels später in diesem Jahr zu besuchen.

Chemie
Einer der wichtigsten Treiber der vielleicht größten industriellen chemischen Reaktion ist in über 100 Jahren Forschung nie beobachtet worden, so die Ben-Gurion-Universität. Reaktionen der drei verwandten Moleküle Ethan, Ethyl und Ethylen aber seien die Schlüsselfaktoren für die jährliche Produktion von Hunderten Millionen Tonnen Kunststoff und anderen industriell wichtigen Chemikalien. Jetzt haben die Wissenschaftler der Negev-Universität erstmals das letzte unbeobachtete Zwischenprodukt der Ethan-Pyrolysereaktion entdeckt. Mit diesen Erkenntnissen könnten mehr Produkte mit weniger Material, Umweltverschmutzung und Energie hergestellt werden. Die Ergebnisse der Forschung der israelischen, US-amerikanischen und Schweizer Kollegen wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift »Angewandte Chemie« veröffentlicht.

Brillen
Das Tel Aviver Start-up »Nuance Hearing« ist von EssilorLuxottica, einem globalen Brillenunternehmen und Hersteller der Ray-Ban-Brillen, gekauft worden. Die israelische Firma soll verschreibungspflichtige Brillen entwickeln, die mit ihrer Hörgerätetechnologie ausgestattet sind. Diese wird von Nuance in die Brillengläser integriert und macht das Produkt zum ersten seiner Art, das über ein unsichtbares Hörgerät verfügt. Nuance Hearing gibt an, dass die Technologie Geräusche mit einer Rekordgeschwindigkeit von 6,25 Millisekunden erfasst, verarbeitet und wiedergibt. Dadurch verpasse »der Hörer nicht einmal die erste Silbe am Satzanfang«. Die Unternehmen wollen mit diesen Brillen »eine komfortable und zugängliche Möglichkeit bieten, Hörgeschädigten zu helfen«.

Wüste
Die israelische Landbehörde hat zwei Ausschreibungen zur Förderung des Wüstentourismus in der Stadt Yerucham veröffentlicht. Eine für den Bau eines Hotels auf dem Berg Schaschasch und eine weitere für die Errichtung von vier Wüsten-Komplexen mit touristisch-landwirtschaftlicher Ausrichtung. Beide Projekte sollen den Tourismus in der Peripherie ankurbeln. Schätzungen zufolge urlauben jährlich 1,5 Millionen Besucher in der israelischen Wüste. Die neuen Unterkünfte sollen ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten schaffen. Das Haus auf dem Berg biete Platz für 250 Zimmer, die vier Farmen könnten rund 100 Gästezimmer für Besucher bereitstellen.

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026

Südlibanon

Erst Drohnenangriffe, dann Gegenschläge

Nachdem die pro-iranische Terror-Miliz Hisbollah mit zwei Drohnen israelische Soldaten angegriffen hatte, reagierte die IDF mit Gegenangriffen

 27.08.2026

Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

Israel kritisiert den US-geführten »Board of Peace« – und erwägt einen Ausschluss britischer Vertreter aus dem Koordinierungszentrum

von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Israel

Netanjahu-Rivale Eisenkot lehnt Zweistaatenlösung ab

Der ehemalige Armeechef hat sich erstmals zu einem möglichen Palästinenserstaat geäußert. Zugleich warnt er vor dem Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland und vor steigender Siedlergewalt

 27.08.2026

Knesset

Wem gehört die Wahl?

»Fly & Vote« will Israelis im Ausland zum Abstimmen nach Hause bringen. Der Likud droht der Initiative mit rechtlichen Schritten

von Sabine Brandes  26.08.2026