Nahost

EU erkennt Golanhöhen nicht als Teil Israels an

Blick auf die Golanhöhen Foto: Flash 90

Die EU erkennt die syrischen Golanhöhen weiterhin nicht als Staatsgebiet Israels an und widerspricht damit einer Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. »Die Position der EU hat sich mit Blick auf den Status der Golanhöhen nicht verändert«, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Mittwoch im Namen aller EU-Staaten.

In Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und bestimmten Resolutionen des UN-Sicherheitsrates erkenne »die Europäische Union Israels Souveränität über die besetzten Golanhöhen nicht an«.

Trump hatte am Montag die von Israel annektierten Golanhöhen formell als Staatsgebiet Israels anerkannt.

kehrtwende Trump hatte am Montag die von Israel beanspruchten Golanhöhen formell als Staatsgebiet Israels anerkannt und damit eine Kehrtwende in der US-Außenpolitik vollzogen.

Daraufhin stellten die Vereinten Nationen klar, es bleibe bei ihrer bisherigen Position in der Frage. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres verwies auf die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates dazu und betonte, der Status der Golanhöhen bleibe unverändert.

Israel hat die Golanhöhen, ein strategisch wichtiges Felsplateau oberhalb des Sees Genezareth, 1967 erobert und 1981 annektiert. Das wurde international aber nicht anerkannt. Nach internationalem Recht gelten die Gebiete als von Israel besetztes Territorium Syriens. Der UN-Sicherheitsrat erklärte 1981 einstimmig, dass Israels Entscheidung, seine Rechtssprechung und Verwaltung auf die besetzten Golanhöhen auszuweiten, null und nichtig sowie international nicht bindend sei.

hoheitsgebiet Israels Premier Netanjahu hat sich lange um eine Anerkennung der Golanhöhen als israelisches Hoheitsgebiet bemüht. Kurz vor der Parlamentswahl in Israel, die am 9. April ansteht, erfüllte ihm Trump diesen Wunsch.

»Die Anerkennung unserer Souveränität über die Golanhöhen durch Präsident Trump wird noch über Generationen hinweg in der Erinnerung bleiben«, sagte Premier Netanjahu.

Der israelische Regierungschef sagte danach: »Die Anerkennung unserer Souveränität über die Golanhöhen durch Präsident Trump wird noch über Generationen hinweg in der Erinnerung bleiben.«

Netanjahu äußerte auch eine Rechtsauffassung, die vom internationalen Recht beim Umgang mit besetzten Gebieten abweicht: »Es gibt ein sehr wichtiges Prinzip in internationalen Beziehungen – wenn man Angriffskriege beginnt, verliert man Territorium; kommen Sie hinterher nicht zurück, um es einzufordern. Es gehört uns.«

Und weiter: »Wir haben eine historische Basis auf den Golanhöhen. Wenn man dort gräbt, entdeckt man prächtige Synagogen, die wir restaurieren. Die Golanhöhen gehören uns durch historisches Recht und durch das Recht auf Selbstverteidigung, und Präsident Trump erkennt dies an.«  dpa/ja

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Nachrichten

Basketball, Wahlen, Atombombe

Kurzmeldungen aus Israel

von Ralf Balke  15.07.2026

Israel

Das Studium der Tora wird zum »Grundwert« des Staates

Ein neues Gesetz soll nach Einschätzung von Experten die rechtliche Grundlage schaffen, um Ausnahmen von der Wehrpflicht für ultraorthodoxe Männer dauerhaft abzusichern

 15.07.2026

Nahost

Trump drängt Netanjahu zum Abzug israelischer Truppen aus Syrien und dem Libanon

»Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet euch neu positionieren«, soll der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten gesagt haben

 15.07.2026

Luftfahrt

Streit um Tankflugzeuge der US-Luftwaffe am Ben-Gurion-Flughafen

Israel will weitere Maschinen der US-Luftwaffe zunächst nicht auf dem zivilen Flughafen landen lassen. Das US-Zentralkommando sagt, die Maßnahme könne die militärischen Planungen beeinträchtigen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu plant Washington-Reise

Im Umfeld des israelischen Regierungschefs bestehen Sorgen über eine zunehmende Distanz zu US-Präsident Trump. Auch könnte Netanjahu an einer Trauerfeier für Senator Lindsey Graham teilnehmen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt Iran bei Angriff auf Israel vor »weit stärkerer« Reaktion

»Die bisherige Antwort war bereits stark. Sollte erneut versucht werden, uns zu schaden, wird die Reaktion eine andere sein – weit stärker«, sagt der israelische Ministerpräsident

 15.07.2026

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026