Premiere

Erster Flug von EgyptAir landet in Israel

Der Airbus 320 der ägyptischen Linie auf dem Ben-Gurion-Flughafen Foto: Flash 90

Der erste kommerzielle Flug der nationalen Airline EgyptAir ist am Sonntag auf dem Ben-Gurion-Flughafen gelandet. Obwohl der Frieden zwischen Israel und Ägypten bereits seit mehr als vier Jahrzehnten besteht, war zuvor noch nie ein Flugzeug mit einer sichtbaren ägyptischen Flagge nach Israel geflogen.

REGIERUNGEN Doch der Nahe Osten formiert sich neu. Nach den Friedensabkommen zwischen Israel und den Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Bahrain sowie Marokko und dem Sudan nähern sich auch die Regierungen in Kairo und Jerusalem einander erneut an. Nur drei Tage zuvor war – ebenfalls zum ersten Mal in der Geschichte beider Staaten – ein Flug aus Bahrain in Israel gelandet. GulfAir will zweimal wöchentlich direkte Verbindungen anbieten.

Flüge zwischen Israel und Dubai (VAE) waren bereits im November aufgenommen worden. Seit April können Besucher auch direkt von Tel Aviv nach Abu Dhabi und zurück fliegen. Ab Juli wurden auch die ersten Verbindungen in die marrokanische Stadt Marrakesch von den israelischen Gesellschaften El Al und Israir angeboten.

Der Flieger aus Ägypten wurde zur Begrüßung mit Wasserfontänen besprüht.

Der Flieger aus Ägypten wurde zur Begrüßung mit Wasserfontänen aus Tankwagen besprüht. Ab jetzt wird EgyptAir die Strecke viermal pro Woche als Direktflug bedienen. Zuvor war lediglich Air Sinai von Ägypten nach Israel geflogen – ohne sichtbare Flagge des nordafrikanischen Staates. Diese Tochtergesellschaft von EgyptAir war eigens für diese Flüge gegründet worden.

BESUCH Dem Flug am Sonntag vorausgegangen war ein offizielles Treffen zwischen dem israelischen Premierminister Naftali Bennett und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi in Scharm-el-Scheich am Roten Meer. Zuvor hatte es mehr als zehn Jahre lang keinen offiziellen Besuch eines israelischen Ministerpräsidenten beim Nachbarn am Nil gegeben.

Es war auch das erste Mal, dass das ägyptische Staatsoberhaupt den Besuch eines israelischen Offiziellen über seine Kanäle bekanntgab. Bennett wurde mit der blau-weißen Flagge im Hintergrund in ägyptischen Zeitungen und Fernsehsendungen gezeigt. Der bezeichnete das Gespräch mit el-Sisi anschließend als »bedeutsam und sehr gut« und hob hervor, man habe damit »die Basis für eine Vertiefung der Verbindungen« geschaffen.

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026