Jerusalem

Erste Siedlungen nach Friedensdeal geplant

Die Siedlung Maaleh Adumim südlich von Jerusalem Foto: Flash90

Nach dem Abkommen mit den Golfnationen zur Normalisierung der Beziehungen hat Jerusalem angekündigt, neue jüdische Siedlungen in den Palästinensergebieten bauen zu wollen. Europäische Länder verurteilten die Entscheidung aus Jerusalem. Auch Nachbar Jordanien kritisierte den Schritt scharf.

ERKLÄRUNG Die obersten Planungsbehörde der israelischen Zivilverwaltung hatte den Bau von mehr als 4900 Wohneinheiten in Siedlungen im palästinensischen Westjordanland bestätigt. Sprecher der Außenministerien Deutschlands, Frankreichs, des Vereinigten Königreichs, Italiens und Spaniens veröffentlichten daraufhin eine Erklärung.

Dort heißt es: »Wir sind zutiefst besorgt über den Beschluss der israelischen Behörden, den Bau voranzutreiben. Die Erweiterung in Siedlungen verstößt gegen das Völkerrecht und gefährdet die Realisierbarkeit einer Zwei-Staaten-Lösung zur Herbeiführung eines gerechten und dauerhaften Friedens zwischen Israelis und Palästinensern weiter.«

Weiterhin hieß es, dass dies vor dem Hintergrund der positiven Entwicklungen durch die Normalisierungsvereinbarungen zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain ein »kontraproduktiver Schritt« sei. »Wir fordern einen sofortigen Stopp des Siedlungsbaus sowie der Zwangsräumungen und des Abreißens palästinensischer Strukturen in Ostjerusalem und im Westjordanland.

UNTERSTÜTZUNG Die Palästinenser sprechen von einem «Ausnutzen der verbesserten Beziehungen mit den Golfnationen und der blinden Unterstützung der Trump-Regierung» in den USA.

Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte an, auch im sogenannten Korridor «E1» bauen zu wollen. Dies würde die große Siedlung Maale Adumim südlich von Jerusalem an die Stadt anbinden.

Spannungen in Nahost

USA raten Teil des Jerusalemer Botschaftspersonals und Angehörigen, Israel zu verlassen

Die amerikanische Botschaft empfiehlt US-Bürgern, die Möglichkeit einer Ausreise zu prüfen und warnt vor weiteren Maßnahmen

 27.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Kotel ist für alle da

Die Klagemauer könnte in Zukunft einzig vom orthodoxen Rabbinat verwaltet werden. Was als Schutz der Heiligkeit verkauft wird, wäre ein Angriff auf religiöse Vielfalt

von Sophie Goldblum  27.02.2026

Türkei

Ehemalige israelische Soldatin in Istanbul festgenommen

Die Frau konnte erst nach diplomatischem Druck nach Hause zurückkehren

 27.02.2026

Israel

Neue Pizza-Regeln für die Luftwaffe

Soldaten sollen künftig darauf verzichten, sich Speisen direkt ins Hauptquarter liefern zu lassen. Warum?

 27.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  27.02.2026

Tel Aviv

Ex-Geisel Matan Angrest berichtet von Verhören und Folter durch die Hamas

Zum ersten Mal seit seiner Freilassung hat Angrest über seine Zeit in der Gewalt der Hamas gesprochen

 27.02.2026

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Die Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt im Westjordanland

von Sabine Brandes  26.02.2026

Diplomatie

Israel und Indien vereinbaren »besondere strategische Partnerschaft«

Bislang galt für Israel: »Besondere strategische Partnerschaften« bestehen nur mit Deutschland und den USA. Jetzt wird auch die Zusammenarbeit mit Indien so eingestuft. Das hat Vorteile für beide

 26.02.2026