Pandemie

Erste Impftermine am Wochenbeginn

Kerzenzünden zu Chanukka in der Corona-Abteilung des Shaarei-Zedek-Krankenhauses in Jerusalem Foto: Flash90

Bereits ab der nächsten Woche sollen die Israelis gegen das Coronavirus geimpft werden. Die lokalen Gesundheitszentren haben Terminkalender veröffentlicht, in die sich die Menschen online eintragen können.

Derweil steigen – wie in so vielen anderen Ländern auch – die Zahlen der Neuinfizierungen mit Covid-19 wieder an. Am Donnerstag meldete das Gesundheitsministerium nahezu 3000 Fälle, die höchste Zahl in den vergangenen zwei Monaten.

ALTE Zehn Monate, nachdem die Pandemie Israel erreicht hatte, werden die ersten Impfungen gegen das Virus beginnen. Zunächst soll Menschen über 60 Jahre und Bediensteten im Gesundheitswesen das Mittel verabreicht werden. Der Impfstoff kommt von dem US-Unternehmen Pfizer. Bis zum Ende dieses Monats sollen insgesamt vier Millionen Dosen ankommen, die für zwei Millionen Israelis reichen.

»Ich will mit gutem Beispiel vorangehen.«

Premierminister Benjamin Netanjahu

Die Gesundheitszentren von Maccabi, Meuchedet, Clalit und Leumit haben ihre betreffenden Mitglieder über die Möglichkeit informiert. Die Versicherten erhalten zwei Termine im Abstand von 21 Tagen für die beiden Impfungen, die jeder erhalten muss, um immunisiert zu sein. Maccabis Website brach zusammen, nachdem bekannt wurde, dass die Termine online gebucht werden können.

Der allererste Israeli, der geimpft wird, soll am Samstag Premierminister Benjamin Netanjahu sein, der »mit gutem Beispiel vorangehen will, um die israelische Bevölkerung zu ermutigen, dasselbe zu tun«.

FERNSEHEN Er wird damit einer der ersten Staatsmänner der Welt sein, die sich den Impfstoff verabreichen lassen. Auch Gesundheitsminister Yuli Edelstein sowie Präsident Reuven Rivlin lassen sich am selben Tag impfen. Netanjahu ist 71, Edelstein 62 und der Präsident 81 Jahre alt. Die Impfungen der Politiker sollen live im Fernsehen übertragen werden.

Im Anschluss sollen all jene geimpft werden, deren Berufe ein besonderes Risiko darstellen. Dabei sind Lehrer, Sozialarbeiter und Angestellte in Gefängnissen. Auch Inhaftierte, Soldaten und anderes Sicherheitspersonal gehören dazu. Im Anschluss daran sollen die Impfungen für den Rest der Bevölkerung entsprechend der verfügbaren Dosen erhältlich sein.

ÜBERSCHUSS Sollte es einen Überschuss geben, so werde die allgemeine Öffentlichkeit schon vorher geimpft, betonte der Ministerpräsident. Ziel ist es, täglich 60.000 Impfungen landesweit durchzuführen. Demzufolge könnten bis Ende Januar zwei Millionen Israelis gegen das Coronavirus immun sein.

Gleichsam warnen Gesundheitsexperten, dass es noch nicht an der Zeit sei, unvorsichtig zu sein. Am Freitagmorgen gab es 22.258 aktive Fälle in Israel. Am Tag zuvor waren 3,6 Prozent der 80.000 Tests positiv zurückgekommen. Insgesamt hat es in Israel bislang knapp 369.000 Fälle von Covid-19 gegeben. 3050 Menschen sind an den Folgen der Erkrankung mit dem Virus gestorben.

»Das Ende des Tunnels ist zwar in Sicht. Aber im Moment stecken wir noch mittendrin.«

Leiterin »öffentliche Gesundheit«, Sharon Alroy-Preis

Die Leiterin der Abteilung »öffentliche Gesundheit« im Ministerium, Sharon Alroy-Preis, warnte in einem Interview im Armeeradio: »Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, die sich ausweitet und müssen Schritte unternehmen, um dies zu stoppen.«

Die bevorstehenden Impfungen würden ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln. »Denn selbst wenn sich ein bedeutsamer Teil der Bevölkerung impfen lässt, sehen für frühestens im März die Effekte. Bis dahin breitet sich das Virus aus.« Das Ende des Tunnels sei zwar in Sicht, so Alroy-Preis, »aber im Moment stecken wir noch mittendrin«.

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