Knesset

Entwurf für geschlechtergetrennte Bildung in Israel nimmt Hürde

Blick in die Knesset Foto: Flash 90

An israelischen Hochschulen könnten künftig mehr geschlechtergetrennte Kurse angeboten werden. Der zuständige israelische Parlamentsausschuss hat am Sonntag einen Gesetzentwurf gebilligt, der getrennte Studienangebote für Männer und Frauen als Teil der »Handlungsfreiheit einer akademischen Einrichtung« definiert, wie die Zeitung »Haaretz« am Montag berichtete. Der Entwurf wird nun zu einer ersten Abstimmung vor die Knesset gebracht.

Nach einem Urteil des obersten israelischen Gerichts von 2021 ist eine Geschlechtertrennung bislang nur unter bestimmten Bedingungen für Bachelor-Abschlüsse zugelassen. Es sah es als Verstoß gegen die Menschenwürde, das Recht auf Berufsfreiheit sowie Chancengleichheit in der Beschäftigung an, wenn Frauen das Unterrichten von Männern verboten würde.

Entwurf würde es Studierenden ermöglichen, ihre Bildungseinrichtung zu verklagen

Die rechte Abgeordnete Lior Son Har Melech (Jüdische Stärke) begründet ihren Vorstoß laut Bericht mit der in Israel herrschenden »Auffassung, dass eine Geschlechtertrennung aufgrund eines religiös-kulturellen Lebensstils im öffentlichen Raum nicht in jedem Fall als unzulässige Diskriminierung angesehen werden« dürfe. Sie argumentiert mit Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit von Studierenden und Fakultätsmitgliedern als Grundrecht. Der Entwurf würde es demnach Studierenden ermöglichen, ihre Bildungseinrichtung zu verklagen, wenn diese keine Möglichkeit zum geschlechtergetrennten Studium anbietet.

Die Frauenrechtsgruppe »Israel Women’s Network«, die sich für Gleichberechtigung von Frauen einsetzt, verurteilte den Entwurf als eine gesetzliche Verankerung der Diskriminierung und Ausgrenzung von Frauen.

Die Frage der Geschlechtertrennung im akademischen Bereich reicht laut Bericht zurück in die 2000er Jahre, als sie als begrenztes Mittel eingeführt wurde, um strengreligiösen Juden die Teilnahme am allgemeinen Hochschulsystem zu ermöglichen. kna

Israel

Energieminister Cohen: Mögliches Iran-Abkommen ist wertlos

Der israelische Minister bringt trotz Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran militärische Schritte ins Spiel. Der Schlüssel für echte Sicherheit in der Region sei ein Regimewechsel in Teheran

 08.02.2026

Musik

Matti Caspi im Alter von 76 Jahren gestorben

Der Musiker ist nach langer Krankheit gestorben. Präsident Herzog würdigte ihn als einen »der größten israelischen Komponisten seiner Generation«

 08.02.2026

Nahost

Hamas-Funktionär: Terrororganisation will Waffen nicht abgeben

Khaled Maschaal bekundete in Doha erneut, dass die Hamas nicht bereit ist, sich entwaffen zu lassen

 08.02.2026

Nachrichten

Wirtschaft, Armut, Zusammenarbeit

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.02.2026

Diplomatie

Netanjahu trifft am Mittwoch US-Präsident Trump

Der israelische Ministerpräsident kommt nach Washington, um mit dem amerikanischen Präsidenten über die laufenden Verhandlungen mit dem Regime im Iran zu sprechen

 07.02.2026

Basketball

Ein »All-Star« aus dem Kibbuz

Mit Deni Avdija schafft es erstmals ein Israeli in die NBA-Auswahl der USA

von Sabine Brandes  07.02.2026

Libanon

Kreise: Hochrangiger Hisbollah-Funktionär tritt zurück

Die Hisbollah im Libanon steht unter Druck: Sie soll sich entmilitarisieren. Nun tritt ein prominenter Funktionär zurück

 07.02.2026

Jerusalem

Netanjahu weist Verantwortung für Versagen am 7. Oktober zurück

Der Ministerpräsident bestreitet in einer Stellungnahme jede Verantwortung. Stattdessen verweist er auf Bewertungen der Sicherheitsbehörden und auf strategische Weichenstellungen früherer Jahre

 06.02.2026

7. Oktober

Die letzte Geisel

Mit der Operation »Tapferes Herz« wurde der Leichnam von Ran Gvili in Gaza geborgen und nach Hause gebracht. Das sind die Details

von Sabine Brandes  05.02.2026